Reiseveranstalter hoffen auf starken Sommer

16.04.2019 - 15:18 0 Kommentare

Die Buchungslage für das das Sommerreisegeschäft fällt bislang schwächer aus als vor einem Jahr. Grund ist laut Reiseveranstaltern auch der Rekordsommer im vergangenen Jahr. Noch sehen die Touristiker aber keinen Grund zur Sorge.

Eine Familie beim Check-in. - © © Lufthansa - Dominik Mentzos

Eine Familie beim Check-in. © Lufthansa /Dominik Mentzos

Das Geschäft mit Sonne, Strand und Meer zum Jahresanfang leicht im Minus – dabei gelten die drei ersten Monate traditionell als starke Buchungszeit. Können Kurzentschlossene auf zahlreiche Last-Minute-Schnäppchen hoffen?

"Insgesamt sind 58 Prozent des letztjährigen Sommerumsatzes zum jetzigen Zeitpunkt gebucht. Es steht also noch reichlich Umsatzvolumen aus, das es zu erobern gilt", erläutern die Konsumforscher der Gesellschaft für Konsumforschung (GFK). Diese werten die Daten von klassischen Reisebüros, Onlineportalen der Veranstalter und Internetportalen mit Pauschalreiseschwerpunkt aus.

Demnach lag der Buchungsumsatz für die Sommersaison bis Ende März ein Prozent unter dem sehr starken Vorjahreszeitraum. Die Ende April auslaufende Wintersaison weist bislang dagegen ein Umsatzplus von vier Prozent auf.

Ostsee und die Alpen legen zu

Gegen den Trend steigt allerdings die Nachfrage nach Sommerurlaub im eigenen Land. Bis Ende März berechnete die GFK ein Umsatzplus von drei Prozent für die schönsten Wochen des Jahres zwischen Ostsee und Alpen. "Der Rekordsommer im letzten Jahr beschert auch dem Deutschland-Tourismus steigende Buchungszahlen", berichtet beispielsweise Branchenprimus Tui Deutschland.

Insgesamt entwickle sich die Nachfrage für die Sommersaison 2019 auf dem Rekordniveau des Vorjahres. "Ein Last-Minute-Trend zeichnet sich aktuell nicht ab", betonen die Hannoveraner. Auch die DER Touristik erwartet kein überproportional starkes Last-Minute-Geschäft. Aktuell lägen die Buchungseingänge bei DER Touristik Deutschland über dem Vorjahr. Ein starkes Last-Minute-Geschäft ist in der Branche wenig beliebt, weil Preisnachlässe am Gewinn nagen.

© Tuifly, Lesen Sie auch: Tui will auch ohne 737 Max das Sitzplatzangebot ausbauen

Thomas Cook mahnt, vor allem Gäste, die in der Hauptsaison und mit Kindern verreisen wollten, sollten nicht mehr zu lange zögern. Durch die Germania-Insolvenz seien die Flugkapazitäten auf der Kurz- und Mittelstrecke noch einmal verknappt worden. "Daher gehen wir davon aus, dass besonders beliebte Ziele zur Hochsaison nahezu ausgebucht sein werden und Verbraucher ihr Wunschziel oder Wunschhotel kurzfristig nicht mehr buchen können", erläutert Stefanie Berk, Vorsitzende der Geschäftsführung der Thomas Cook GmbH.

Reiselaune der Deutschen weiter ungebrochen

Grundsätzlich spricht viel für ein starkes Sommerreisegeschäft. Zwar hat sich die Konjunktur abgekühlt, doch die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist weiterhin gut, die Menschen sind in Konsumlaune. Nach dem Rekordjahr 2018 bescheinigt die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) gute Aussichten für das aktuelle Tourismusjahr. Für mehr als 71 Prozent der Bevölkerung stand laut der FUR-Befragung schon im Januar fest, dass es 2019 sicher oder wahrscheinlich auf Urlaubsreise geht. Nur knapp elf Prozent wollen keinen Urlaubstrip unternehmen.

Auch der Veranstalter FTI zeigt sich zuversichtlich: Nach der Zurückhaltung zum Jahresanfang hätten die Buchungen seit Februar wieder mehr Fahrt aufgenommen. "Die Reiselaune der Deutschen ist weiter ungebrochen hoch. Daher sind wir optimistisch, dass sich die Buchungslage für den Sommer trotz des ungewöhnlich späten Starts weiter positiv entwickelt", argumentiert Ralph Schiller, Geschäftsführer bei der FTI-Group.

Von: Friederike Marx, dpa
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