Reiseveranstalter mit verhaltener Planung für 2010

18.12.2009 - 15:37 0 Kommentare

Die Reiseveranstalter zeigen sich bei der Planung für das kommende Jahr vorsichtig. Eine Analyse des Touristik-Fachmagazins FVW hat ergeben, dass die großen Veranstalter im Gegensatz zu Spezialanbietern die Kapazitäten nicht ausbauen werden.

Passagiere im Flughafen München - © © Flughafen München -

Passagiere im Flughafen München © Flughafen München

Nach deutlichen Rückgängen bei Pauschalreisen planen die großen Reiseveranstalter das kommende Jahr vorsichtig. Großveranstalter wie TUI und Thomas Cook wollten vor allem ihre Sommer-Kapazitäten im Vergleich zu diesem Jahr nicht ausbauen, lautet ein Ergebnis der am Donnerstag vorgestellten Marktanalyse des Touristik-Fachmagazins FVW. Mit kräftigen Zuwächsen rechnen hingegen wieder die Anbieter von Kreuzfahrten und andere kleine Reisespezialisten.

Insgesamt haben 62 größere Veranstalter im Touristikjahr 2008/2009 (bis Ende Oktober) nach den FVW-Daten in Deutschland mit 16,7 Milliarden Euro rund 2,2 Prozent Umsatz verloren. Die Gästezahl ging demnach sogar um 5,9 Prozent auf 32,5 Millionen zurück. Der Deutsche Reiseverband (DRV) hatte dagegen nach einer etwas abweichenden Berechnungsmethode von stabilen Gästezahlen bei sinkenden Umsätzen gesprochen.

Im aktuellen Geschäft hinken die Winterbuchungen noch hinter dem Vorjahr her, wie FVW weiter mitteilte. Die für die alljährliche Untersuchung befragten 62 Unternehmen machen rund 80 Prozent des Gesamtmarktes aus.

Die großen Veranstalter haben der Analyse zufolge 2009 vor allem bei den Flugreisen Gäste verloren. So habe allein TUIfly sechs Maschinen außer Dienst gestellt und so 1,5 Millionen Fluggäste weniger befördert. Dennoch sei TUI Deutschland im operativen Geschäft profitabler geworden und habe die Umsatzrendite um einen halben Punkt auf 1,6 Prozent gesteigert. Mit einem Umsatz von knapp 4,3 Milliarden Euro (-10,3 Prozent) und einer um 15,5 Prozent auf noch knapp 11 Millionen gesunkenen Gästezahl blieb TUI dennoch Marktführer mit einem Anteil von einem guten Viertel.

Die ewige Nummer zwei, Thomas Cook (u.a. Neckermann), konnte nur noch inklusive des Ferienfliegers Condor ihre Position halten. Im Reiseveranstaltungsgeschäft fielen die Deutsch-Briten mit einem Marktanteil von 15,6 Prozent in Deutschland hinter die aufstrebende Rewe-Touristik (17,2 Prozent) zurück.

Mit Pauschalmarken wie ITS, Jahn und Tjaereborg hatte die Rewe im Gegensatz zur Konkurrenz die Kapazitäten ausgeweitet und den Umsatz um 2,2 Prozent gesteigert. Thomas Cook sieht sich den Angaben zufolge aber weiterhin als der profitabelste Großveranstalter mit einer Umsatzrendite von 2,3 Prozent.

Von: dpa
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