Reisebüros protestieren gegen Eurowings-Ausfälle

22.06.2018 - 17:49 0 Kommentare

Der unregelmäßige Flugbetrieb bei Eurowings nervt nicht nur Passagiere - auch Reisebüros ärgern sich über die Mehrarbeit durch Flugplanänderungen. Jetzt fordern rund 130 Büros von der Airline eine finanzielle Entschädigung.

Flugzeuge von Eurowings auf dem Vorfeld. - © © Eurowings -

Flugzeuge von Eurowings auf dem Vorfeld. © Eurowings

Mit einer Protestaktion machen zahlreiche Reisebüros ihrem Ärger über Eurowings Luft: In Briefen an die Airline-Geschäftsführung beschweren sie sich über die Unregelmäßigkeiten im Flugbetrieb.

"Seit Monaten werden wir mit Flugzeitenänderungen und Flugstreichungen seitens Eurowings konfrontiert", heißt es in dem Musterschreiben, das airliners.de vorliegt. "Wir sind nicht mehr bereit, den Unmut unserer Kunden über gehäufte Flugzeiten- und Flughafenänderungen alleine und auf unsere Kosten zu tragen."

50 Euro für jede geänderte Buchung

Die Reisebüros stellen Eurowings ein Ultimatum: Bis zum 30. Juni solle die Airline mtteilen, wie sie sich "eine angemessene Vergütung für die geleistete Mehrarbeit" vorstelle oder wie sie die gehäuften Flugzeitenänderungen unterbinden wolle. Andernsfalls wollen die Büros ab 1. Juli für jede Änderung eine Pauschale von 50 Euro in Rechnung stellen.

Zudem drohen die Absender des Protestschreibens indirekt mit einem Boykott der Airline. Denn für sie sei "die Grundlage, Eurowings mit gutem Gewissen zu verkaufen und zu empfehlen, nicht mehr gegeben". Auch bei den Kunden eile Eurowings bereits "der Ruf der Unzuverlässigkeit und Unpünktlichkeit" voraus.

Unsere Mitarbeiter sind mittlerweile nicht mehr bereit, Eurowings dem Kunden anzubieten, oder raten teilweise aktiv davon ab.

Schreiben von Reisebüros an die Eurowings-Geschäftsführung

Die Aktion ist über die sozialen Netzwerke organisiert worden, erklärt die Reisebüro-Inhaberin Stefanie Deiters-Galiläa aus dem bayerischen Aichach gegenüber airliners.de. In einer geschlossenen Facebook-Gruppe hätten bislang rund 130 Reisebüros ihre Teilnahme angekündigt. "Da das jetzt auch in anderen Facebook-Gruppen verbreitet wurde, werden es sicher noch mehr."

© airliners.de, Karl Born, Lesen Sie auch: Bei Eurowings wüten die Blitze Die Born-Ansage (88)

"Was aktuell abläuft, das ist nicht normal", sagt Deiters-Galiläa zu den Unregelmäßigkeiten bei Eurowings. "Wenn eine Woche vorher ein Flug nach Mallorca wegen mangelnder Auslastung gestrichen wird, dann kann ich das nicht glauben."

Auch andere Airlines machen Probleme

Die Probleme seien aber nicht auf Eurowings als größte touristische Airline beschränkt. "Eine Condor, die letztes Jahr noch sehr stabil war, schlägt nun genauso rein." Deshalb diskutiere man darüber, die Aktion auf andere Fluggesellschaften auszudehnen.

Auch über rechtliche Schritte habe man sich bereits Gedanken gemacht, sollte Eurowings kein Entgegenkommen zeigen. "Ich gehe nicht davon aus, dass einzelne Rechnungen über 50 Euro bezahlt werden", erklärt Deiters-Galiläa. Aber wenn größere Beträge auflaufen, könne man über die Durchsetzung der Forderungen nachdenken. Dafür hätten Reisebüro-Organisationen bereits juristische Unterstützung zugesagt.

Von: pra
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