Airlines müssen bei Reisebüro-Falschbuchungen entschädigen

18.02.2019 - 17:01 0 Kommentare

Verweigern Airlines die Mitnahme von Passagieren, weil der Reiseanbieter falsche Flüge gebucht hat, müssen Fluggesellschaften trotzdem die Reisenden entschädigen. Das urteilt des Amtsgericht Hamburg.

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Ein Reiseanbieter bucht für eine Gruppe Urlauber die falschen Flüge, die Passagiere dürfen nicht mitfliegen - in diesem Fall muss die Airline eine Entschädigung für die verweigerte Beförderung zahlen. Die Fluggesellschaft kann sich nicht darauf berufen, dass keine Buchungen für den strittigen Flug vorlagen. So entschied jedenfalls das Amtsgericht Hamburg, berichtet "Reiserecht aktuell" (Az.: 22a C 296/17). Die Airline könne den Vermittler in Regress nehmen.

Airline verweigerte Mitnahme

In dem verhandelten Fall ging es um Flüge von Hamburg nach Krakau und zurück, die der Kläger für sich und acht Mitreisende bei einem Reiseunternehmen buchte. Der Anbieter bestätigte die Buchung samt Rückflugdatum am 16. Juli. Tatsächlich buchte er jedoch einen Rückflug am 14. Juni.

Als die Reisegruppe am Flughafen in Krakau an Bord gehen wollte, verweigerte die Airline die Mitnahme - es lägen keine Buchungen für den ausgewählten Flug vor. Der Kläger forderte wegen Nicht-Beförderung eine Ausgleichszahlung.

Buchungsbestätigung ausreichend

Die Fluggesellschaft verweigerte die Zahlung mit der Begründung, es habe keine bestätigte Buchung seitens der Airline vorgelegen. Das Gericht entschied jedoch, dass auch die Buchungsbestätigung eines Reiseunternehmens oder Flugvermittlers Gültigkeit habe. Die Passagiere hätten damit ein Recht auf die Beförderung - und auf eine Ausgleichszahlung, wenn sie nicht mitfliegen dürfen.

Von: dpa, br
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