Regionale Flugplätze appellieren an Politik

15.05.2019 - 16:05 0 Kommentare

Die Bedeutung kleiner Flughäfen steht im Fokus der "Interessengemeinschaft der Regionalen Flugplätze" (IDRF). Jetzt fordert der Verband mehr Wertschätzung für die Bedeutung der kleinen Plätze - und hofft auf neue Technologien.

Der Schriftzug Flughafen Lübeck am Terminalgebäude. - © © dpa - Maja Hitij

Der Schriftzug Flughafen Lübeck am Terminalgebäude. © dpa /Maja Hitij

Die Teilnehmer der Mitgliedertagung des Interessengemeinschaft der regionalen Flugplätze (IDRF) haben sich auf der diesjährigen Mitgliederversammlung in Lübeck mit einem Appell an die Politik gewandt.

Es gehe darum, die Bedeutung der jeweiligen Airports für die Region zu erkennen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die das Überleben von Regionalflugplätzen ermöglichen, schreibt der Verband in seinem "Lübecker Appell".

"Regionale Flugplätze sind das Eintrittstor zur Mobilität und ein Teil der Daseinsvorsorge", sagte der Verbandsvorsitzende Ralf Schmid. Die Luftverkehrskonzepte der Länder müssten den Mobilitätsbedarf vor Ort widerspiegeln und sich nicht nur an den Zielvorgaben der Fluggesellschaften orientieren. "Gerade die mittelständische Wirtschaft in der Fläche benötigt schnelle Anschlüsse", ergänzte IDRF-Geschäftsführer Thomas Mayer.

Politik und Wirtschaft müssten auch kleinen Fluggesellschaften helfen, um nach dem Rückzug großer Airlines aus der Fläche Lücken zu schließen. Zurzeit seien die Betriebs- und Vertriebsmodelle der großen Gesellschaften für den regionalen Einsatz nicht geeignet, sagte Mayer: "Das Angebot muss wieder stärker am Bedarf der Passagiere ausgerichtet werden."

Flugplätze setzen auf eigene Airlines

Darum wollen regionale Flugplätze nun auch verstärkt auf eigene Fluglinien setzen. Dadurch sinke die Abhängigkeit von großen Airlines, und die Flughäfen bekämen mehr Gestaltungsspielraum, sagte der Geschäftsführer des Lübecker Flughafens, Jürgen Friedel. Der Flughafen baut aktuell an der Fluggesellschaft "Lübeck Air", um wieder Linienverkehr anbieten zu können.

Für viele kleine Standorte geht es ums wirtschaftliche Überleben, denn laut EU-Beihilferichtlinien sind öffentliche Zuschüsse für den Betrieb von Flughäfen nur noch bis 2024 erlaubt. Dabei gab es zuletzt eine Erleichterung, da die Beihilfehöchstgrenze für Regionalflughäfen vorerst unangetastet bleiben. Das bedeutet, dass die kleinen Standorte weiterhin Subventionen von bis zu 80 Prozent ihrer Finanzierungslücke erhalten können.

Hoffen auf neue Technologien

Eine drohende Schließung von Flughafenstandorten ist damit aber noch lange nicht vom Tisch, denn nach 2024 wird es bei einer Beibehaltung des EU-Beihilfe-Fahrplans für viele Betreiber eng. Das sei gerade beim Blick auf künftige Mobilitätskonzepte zu verhindern, so der IDRF, denn die Branche setzt auch auf nachhaltige Flugkraftstoffe, neue Antriebskonzepte sowie neue Möglichkeiten zum autonomen Fliegen.

"Für die Regionalluftfahrt ist der Hybrid-elektrische Flugzeugantrieb schon deshalb interessant, weil sich dadurch die Kosten je Kilometer je Sitzplatz halbieren ließen", sagte der Geschäftsführer der Flugplatzgesellschaft Schönhagen, Klaus-Jürgen Schwahn.

Auch die Herstellung von synthetischem Kraftstoff sei gerade für kleinere Flugplätze interessant. "Sie könnten so ihr Flugbenzin an Ort und Stelle selbst herstellen und würden weitgehend autark". Doch bis es so weit sei, könnten noch 20 bis 30 Jahre vergehen.

© Flughafen Paderborn/Lippstadt, Lesen Sie auch: "Die Bedeutung dezentraler Flugplätze wird oft unterschätzt" Interview

Laut einer aktuellen Studie haben regionale Flughafenstandorte eine "nicht zu vernachlässigende" wirtschaftliche Bedeutung. Das Potenzial dezentraler Flugplätze werde in Deutschland allerdings nicht optimal genutzt.

Von: dh mit dpa
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