So fallen die Reaktionen zum neuen BER-Chef aus

07.03.2017 - 09:25 0 Kommentare

Karsten Mühlenfeld geht, der Beamte Engelbert Lütke Daldrup wird neuer BER-Chef. Die Reaktionen aus der Politik und der Luftfahrtbranche fallen unterschiedlich aus.

Wird neuer BER-Chef: Engelbert Lütke Daldrup - © © dpa - Rainer Jensen

Wird neuer BER-Chef: Engelbert Lütke Daldrup © dpa /Rainer Jensen

Der immer noch nicht eröffnete Berliner Hauptstadtflughafen BER bekommt wieder mal einen neuen Chef: Engelbert Lütke Daldrup. Sein Vorgänger Karsten Mühlenfeld gibt nach einer Debatte um die Entlassung des BER-Technikchefs den Posten auf.

Der deutsche Flughafenverband ADV begrüßte den Schritt, Lütke Daldrup zum neuen BER-Chef zu machen. "Dies ist eine gute Chance, den BER in ein ruhiges Fahrwasser zu bringen und die Fertigstellung mit aller Kraft voranzutreiben", sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel auf Anfrage von airliners.de. Lütke Daldrup genieße das Vertrauen des Aufsichtsrats und der drei Gesellschafter (das sind Berlin, Brandenburg und der Bund).

© dpa, Soeren Stache Lesen Sie auch: Berliner Staatssekretär Lütke Daldrup wird neuer BER-Chef

Ähnlich wie die ADV äußerte sich auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt. "Die Gesellschafter haben sich auf dieses Vorgehen verständigt, weil wir glauben, dass damit auch die Chancen für eine Eröffnung noch mal optimiert werden können", sagte der CSU-Politiker. Er hoffe für den Flughafen sehr, dass Lütke Daldrup "der BER-Chef ist, der ihn an den Start bringt". In der Vergangenheit habe sich gezeigt, "dass der BER eine extreme Herausforderung ist für jeden, der da tätig ist".

Mühlenfelds Ablösung sei fatal, sagte dagegen Linken-Verkehrspolitiker Herbert Behrens. "Mit ihm geht nämlich der letzte Fachmann in der Unternehmensspitze, was monatelanges Chaos zur Folge haben kann." Ähnlich äußerte sich die Berliner FDP. Auch aus der CDU im Bundestag kam Kritik an der politischen Besetzung des Chefpostens.

Unterstützung aus Brandenburg

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) rief dagegen zur Geschlossenheit auf. "Jetzt geht es darum, dass alle an einem Strang ziehen - und zwar in dieselbe Richtung", sagte Woidke einem Sprecher zufolge in Potsdam. Entscheidend sei, dass das Projekt vorankomme.

"Weitere Verzögerungen darf es nicht geben. Deshalb ist es gut, dass der Posten des Geschäftsführers sofort neu besetzt wird. Eine kommissarische Zwischenlösung wäre nicht akzeptabel gewesen", so Woidke weiter.

© dpa - Bildfunk, Ole Spata/dpa Lütke Daldrup im Portrait: Vom gelernten Raumplaner zum BER-Chef

Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) wollte sich auf Anfrage zum BER-Chefwechsel nicht äußern. Anfang März hatte sich der Verband noch hinter Mühlenfeld gestellt. "Auch wenn zwischenzeitlich klar ist, dass eine Inbetriebnahme des BER in 2017 nicht mehr erfolgen kann, so wäre es aus unserer Sicht sehr fraglich, ob ein erneuter Wechsel in der Geschäftsführung einer baldigen Fertigstellung und Inbetriebnahme des BER zuträglich wäre", hieß es damals in einem Brief des BDF-Präsidenten Ralf Teckentrup.

Von: ch, mit Material von dpa
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