Randalierender Fluggast ist ein außergewöhnlicher Umstand

21.07.2017 - 17:09 0 Kommentare

Randaliert ein Passagier und sorgt für Verspätungen, haben Fluggäste keinen Anspruch auf Entschädigung. Denn die Airline habe darüber keine Kontrolle, so ein Gericht. Im konkreten Fall waren sogar Handschellen an Board im Spiel.

Für randalierende Passagiere kann eine Airline nichts, so das Urteil. Foto: © AirTeamImages.com, Sandro Koster

Wenn ein Fluggast offenbar unter Alkohol- und Drogeneinfluss randaliert und Passagiere sowie Besatzung bedroht, kann sich der Pilot zu einer Zwischenlandung entscheiden. Dadurch kann sich der Folge- und Anschlussflug deutlich verzögern.

Einen Anspruch auf eine Entschädigung haben die anderen Fluggäste in einem solchen Fall aber nicht. Denn er gilt als außergewöhnlicher Umstand, entschied das Amtsgericht Frankfurt am Main (Az.: 32 C 4265/14 (72)). Über das Urteil berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in der Zeitschrift "ReiseRecht aktuell".

In dem Fall ging es um einen Flug aus der Dominikanischen Republik zurück nach Deutschland, der sein Ziel erst mit mehr als 17 Stunden Verspätung erreichte. Der Grund: Auf dem unmittelbaren Vorflug hatte ein Passagier randaliert und konnte - auch in Handschellen - nicht ruhiggestellt werden. Er war offenbar betrunken und stand unter Drogen. Der Pilot landete aus Sicherheitsgründen auf den Azoren zwischen, die Maschine musste dort eine Pause einlegen.

Die Kläger sahen kein Geld. Denn es habe sich um einen nicht zu kontrollierenden Ausnahmezustand gehandelt, so das Gericht.

© airteamimages.com, Serge Bailleul Lesen Sie auch: Pilot darf aus mehreren Gründen umkehren

Von: ch, dpa
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