Kein Vertrauen mehr in Schwarz

Ramsauer bezweifelt BER-Termin

17.12.2012 - 11:19 0 Kommentare

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat kein Vertrauen mehr in den Chef der Berliner Flughafengesellschaft, Rainer Schwarz. Zugleich äußerte der Minister Zweifel am neuen Eröffnungstermin.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer - © © dpa - Jörg Carstensen

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer © dpa /Jörg Carstensen

Mit ungewöhnlich deutlichen Worten hat sich Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) dafür ausgesprochen, den Berliner Flughafenchef Rainer Schwarz zu entlassen. "Wenn es nach dem Bundesverkehrsminister allein ginge, wäre der Vorsitzende, die Geschäftsführung schon längst weg", sagte Ramsauer am Sonntag in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin".

"Ich habe kein Vertrauen mehr in ihn." Mit einem Anteil von 26 Prozent an der Flughafengesellschaft könne der Bund aber nicht allein schalten und walten. Zugleich äußerte der Minister Zweifel am neuen Eröffnungstermin für den Flughafen. Es gebe "ernstzunehmende Hinweise darauf, dass der neue Termin nicht gehalten werden kann", sagte Ramsauer. "Aber noch gehen wir davon aus, dass das Management das hinbekommt."

Der Termin für die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens bleibt auch nach Flughafen-Angaben bestehen. "Das ist der aktuelle Kenntnisstand", sagte ein Flughafensprecher am Montag auf Anfrage in Berlin. "Wichtige Voraussetzung ist, dass die Rauchversuche bis Ende Februar funktionieren", fügte er hinzu. Diese Versuche im Flughafengebäude sollen zeigen, dass die komplexe Brandschutzanlage zuverlässig funktioniert.

Vergangene Woche hatte auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) gesagt, dass "keiner eine Garantie" für den neuen Termin abgeben könne. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Flughafengesellschaft begründete dies mit den noch zu lösenden technischen Schwierigkeiten. Der Flughafen soll eigentlich am 27. Oktober 2013 in Betrieb genommen werden

Schwarz steht wegen der Verzögerungen beim Bau des neuen Hauptstadtflughafens BER seit Monaten in der Kritik. Auch der Haushaltsausschuss des Bundestages dringt deshalb auf seine Entlassung. Die Länder Brandenburg und Berlin als weitere Anteilseigner verhindern dies aber bislang.

Von: dpa, dapd
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