Artikel vom 29.06.2011 0
Vulkanasche: Airlines verklagen Flugsicherung
© Met Office
Prognostizierte Vulkanaschekonzentration bis FL200 am 25.5.2011 um 6:00 Uhr UTC
Wegen des Flugverbots aufgrund der Aschewolke im Mai dieses Jahres haben die Fluggesellschaften Air Berlin und Condor Klage gegen die Bundesrepublik eingereicht. Bereits am 24. Juni sei die Klage bei Gericht eingegangen, sagte am Mittwoch ein Sprecher des Verwaltungsgerichts Darmstadt. In der Klage gehe es um "eine Mitteilung per E-Mail der Deutschen Flugsicherung zum Flugverbot", sagte er.
Details zu der Klage gebe es derzeit noch nicht, da die Fluggesellschaften diese noch nicht umfänglich begründet hätten, sagte der Gerichtssprecher. Sobald dies geschehen sei, müsse die DFS Stellung beziehen. Danach entscheide das Gericht, wie es mit der Klage weitergehe.
Am Dienstag hatte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) ein besseres Krisenmanagement der EU-Kommission gefordert. So erwartet sein Ministerium bei Aschewolken künftig eine europaweit harmonisierte Vorgehensweise. Konkret fordert das Ministerium, die Qualität der Ausbreitungsprognosen für die Aschewolken zu erhöhen. Die Kritik bezieht sich auf die bisherigen Vorhersagen des Volcanic Ash Advisory-Centers (VAAC) in London. So lag die Aschekonzentration bei zwei deutschen Messflügen am 25. Mai zwischen 0,08 und 0,7 Milligramm und damit deutlich unter dem (deutschen) Grenzwert von zwei Milligramm.
Auf europäischer Ebene sind Eurocontrol und das Vulkanasche-Zentrum allerdings auch weniger streng: So beginnt die Flugverbotszone in ihrem Modell erst bei vier Milligramm Asche pro Kubikmeter Luft. Die Zwischenzone mit Auflagen liegt zwischen zwei und vier Milligramm. Von den Lauftraumschließungen am 25. Mai waren die Flughäfen in Hamburg, Bremen und Berlin betroffen. Rund 450 Flüge waren laut Ministerium auf deutschem Boden ausgefallen.
Stand: 29.06.2011 - 5:14 PM Uhr
Quelle: AFP, airliners.de
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