Artikel vom 20.11.2009 0

Keine Einigung zu EU-Flüssigkeitsverbot

Verlängerungsvorschlag zurückgewiesen

Die EU-Mitgliedstaaten haben einen Vorschlag der Europäischen Kommission über die Verlängerung des Flüssigkeitsverbots im Handgepäck zurückgewiesen und Forderungen zu einem schnelleren Zeitplan formuliert. Die Flughäfen warnen allerdings vor unausgereifter Scannertechnik. Das jetzt geltende Verbot wird im April 2010 auslaufen.

Beutel mit Kosmetika, die Flüssigkeiten enthalten - © © dpa -

Beutel mit Kosmetika, die Flüssigkeiten enthalten

Fluggäste sollen bereits von April 2013 an wieder Flüssigkeiten im Handgepäck transportieren dürfen. Schon von April 2011 an sollen Transitpassagiere aus Nicht-EU- Staaten, die im Duty-Free-Shop eingekauft haben, Flüssigkeiten dabei haben dürfen. Auf diese Forderung einigten sich Vertreter der EU-Regierungen am Donnerstagabend in Brüssel.

Die EU-Mitgliedstaaten haben damit einen Vorschlag der Europäischen Kommission zurückgewiesen. Die Kommission hatte vorgeschlagen, das Flüssigkeitsverbot in drei Abstufungen bis 2014 zu verlängern. Die Kommission muss jetzt so schnell wie möglich einen neuen Vorschlag vorlegen. Das Verbot würde im April 2010 auslaufen. Es gilt aber als unstrittig, dass es weiter verlängert wird.

Flughäfen warnen vor unausgereifter Scannertechnik

Voraussetzung für die nun beschlossenen neuen Forderung der EU-Regierungen ist, dass es bis 2013 Scanner gibt, die Flüssigsprengstoff erkennen können. Deutschland und andere Länder hatten sich zuvor gegen ein festes Datum gesperrt.

Der Flughafenverband ADV warnte vor dem Hintergrund der neuen Forderungen davor, die Flughafenbetreiber zu verpflichten, 2013 eine möglicherweise unausgereifte Technik einzuführen. Den Preis würden die Passagiere über höhere Sicherheitsentgelte zahlen müssen, hieß es. Fluggesellschaften und Flughafenbetreiber hoffen generell auf eine schnelle Lockerung der Regelungen.

 

Die EU hatte die Mitnahme von Flüssigkeiten im Jahr 2006 massiv eingeschränkt, nachdem die britische Polizei am Londoner Flughafen Heathrow Terroranschläge auf US-Flugzeuge vereitelt hatte. Seiter dürfen Passagiere in der Regel maximal 100 Milliliter pro Packung oder Gefäß an Bord mitführen. Außerdem darf die Gesamtmenge der Flüssigkeiten einen Liter nicht überschreiten und muss in einem durchsichtigen und wiederverschließbaren Beutel verstaut sein. Babynahrung und Medikamente sind in der Regel von dem Verbot ausgenommen.

 

Stand: 20.11.2009 - 2:48 PM Uhr

Quelle: airliners.de, mit dpa

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