Artikel vom 05.01.2012 0

Gutachten torpediert Lufthansa-Pläne

Leiharbeit in der Kabine

Die Lufthansa verstößt mit ihren Plänen zur Leiharbeit beim Kabinenpersonal laut einem Gutachten im Auftrag der Arbeitnehmervertreter gegen den geltenden Tarifvertrag. Ende Januar soll ein zweites Gutachten folgen.

A380-Leitwerke der Lufthansa am Flughafen Frankfurt - © © AirTeamImages.com - Denis Roschlau

A380-Leitwerke der Lufthansa am Flughafen Frankfurt

Die Lufthansa darf Arbeitnehmervertretern zufolge keine Leiharbeiter als Kabinenpersonal einsetzen. Ein Gutachten bestätige dies, teilten am Donnerstag die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) und die Gewerkschaft Verdi mit. Beide forderten die Lufthansa in einer gemeinsamen Erklärung dazu auf, "nach dieser Abschweifung aus der tarifpolitischen Unternehmenskultur zu einer seriösen Unternehmenspolitik und soliden Tarifpartnerschaft zurückzukehren".

Womit die Gutachter ihr Urteil gegen die Leiharbeit-Pläne begründen, wollte ein UFO-Sprecher am Donnerstag auf Anfrage nicht mitteilte. Das Papier werde zunächst dem Konzern-Vorstand vorgelegt. In der kommenden Woche solle es öffentlich gemacht werden. Ende Januar werde außerdem ein zweites Gutachten folgen.

Am Dienstag hatte die Lufthansa bestätigt, für den neuen Berliner Großflughafen rund 200 Flugbegleiter über einen Personaldienstleister zu rekrutieren. Ein Unternehmenssprecher begründete dies mit dem "harten, sehr speziellen" Wettbewerb mit vielen Billiganbietern an dem Flughafen, der Anfang Juni öffnen soll. Die Leiharbeiter sollen demnach das gleiche Einstiegsgehalt beziehen wie Angestellte der Lufthansa. Allerdings gebe es nicht die im Lufthansa-Tarif vorgesehenen Gehaltssteigerungen, zudem müssen die Leiharbeiter länger arbeiten.

Stand: 05.01.2012 - 4:02 PM Uhr

Quelle: dpa, dapd

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