Artikel vom 19.04.2010 0

EU lockert Luftraum-Einschränkungen

Verkehrsminister vereinbaren "mehr Flexibilität"

Die EU-Verkehrsminister haben sich bei einer Videokonferenz am Montagabend darauf geeinigt, ab Dienstag die Beschränkungen für den europäischen Luftraum teilweise aufzuheben. Dazu wird es Sonderflug-Regelungen sowie ein "Drei-Zonen-Modell" geben.

EU Verkehrskommissar Siim Kallas - © © dpa -

EU Verkehrskommissar Siim Kallas

Nach fünf Tagen werden die in Europa geltenden Flugverbote wegen der Aschewolke gelockert. Der Luftraum soll nur noch dort gesperrt bleiben, wo eine bestimmte Konzentration der Aschewolke überschritten wird.

Die Beschränkungen des europäischen Luftraums sollen ab Dienstagmorgen 08.00 Uhr "schrittweise" und koordiniert aufgehoben werden. Der Luftraum soll nur noch dort gesperrt bleiben, wo eine bestimmte Konzentration der Aschewolke überschritten wird.

Darauf hätten sich die Verkehrsminister der 27 EU-Staaten geeinigt, sagte EU-Verkehrskommissar Siim Kallas am Montag in Brüssel. «Von morgen früh an werden mehr Flugzeuge in der Luft sein.»

Der Luftraum über Europa wird in drei Zonen eingeteilt: In der ersten gilt ein absolutes Flugverbot, im zweiten können die Mitgliedsstaaten entscheiden, ob sie Flugzeugen das Abheben erlauben, und im dritten Bereich ohne Asche-Gefahr ist das Fliegen unbegrenzt erlaubt. Entscheidendes Kriterium werden Satellitenbilder und Daten der Aschewolke sein.

Kallas kündigte an, dass die europäische Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol bis Dienstag früh 8.00 Uhr entscheiden wird, wo die Zonen verlaufen und welche Daten dafür ausschlaggebend sind. Aus Sicherheitsgründen sei es möglich, den Flugbetrieb wieder aufzunehmen. «Es wird keinen Kompromiss auf Kosten der Sicherheit geben. Das garantieren unsere Experten bei Eurocontrol und bei unseren nationalen Mitgliedsstaaten, die in dieser Frage eng zusammenarbeiten», sagte der Kommissar.

Europäische Zusammenarbeit soll intensiviert werden

Zugleich wollen die EU-Staaten enger zusammenarbeiten. «Die Minister haben beschlossen, die technischen Arbeiten zu intensivieren, damit die Mitgliedsstaaten die Informationen und Daten an die Hand bekommen, die für die Entscheidungen erforderlich sind», sagte Spaniens Verkehrsminister José Blanco, der als Ratspräsident die Telefonkonferenz einberufen hatte.

Die Europäischen Staaten hätten zudem ein Verfahren entwickelt, nach dem Fluggesellschaften Anträge auf Sonderflüge stellen könnten, sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) am Montagabend in Berlin nach einer Telefonkonferenz mit seinen EU-Kollegen.

Auf diese Weise sollten "im Ausland gestrandete Passagiere" nach Deutschland zurückkehren können. Ziel sei ein "kontrollierter eingeschränkter Betrieb", sagte Ramsauer. Erlaubt werden demnach nur Flüge auf Sicht. Bislang beantragten dem Minister zufolge zehn Fluggesellschaften solche Flüge.

Die europäischen Ressortchefs waren am Nachmittag zu einer Videokonferenz über die Folgen des Vulkanausbruchs auf Island zusammengeschaltet. Generell kann jedes Land selbst über Flugverbote über seinem Territorium bestimmen.

Stand: 19.04.2010 - 7:57 PM Uhr

Quelle: dpa, AFP, airliners.de

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