Artikel vom 31.07.2009 0

Pitot-Sonden-Austausch an A330/340

Thales gegen Goodrich

Der Flugzeughersteller Airbus hat auf Empfehlung der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) die Airlines aufgefordert, die Pitot-Sonden des Hersteller Thales an rund 200 A330 und A340 auszutauschen.

Pitot-Sonde an einem A330-200 - © © AirTeamImages.com -

Pitot-Sonde an einem A330-200

Zwei Monate nach dem Absturz der Air-France- Maschine über dem Atlantik zieht Flugzeughersteller Airbus Konsequenzen. Das Unternehmen forderte Fluggesellschaften auf, an rund 200 Maschinen vom Typ A330 und A340 die Sonden zur Geschwindigkeitsmessung auszuwechseln.

Betroffen seien alle Airlines, die Flugzeuge mit Sonden des Herstellers Thales betreiben, sagte Airbus-Sprecher Stefan Schaffrath am Freitag im französischen Toulouse. Die Empfehlung erfolgte in Absprache mit der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA).

Die EASA plant nach eigenen Angaben vom Freitag, den Austausch von Thales-Sonden an Passagierflugzeugen vorzuschreiben. Demnach sollen mindestens zwei der drei Sonden durch Sensoren des US-amerikanischen Herstellers Goodrich ersetzt werden, sagte EASA-Sprecher Daniel Höltgen in Köln. Damit könne höchstens eine Sonde des Typs Thales BA am Flugzeug bleiben, der ältere Typ AA werde verboten. Weitere Details dazu werde die Behörde in den nächsten 14 Tagen veröffentlichen.

Höltgen betonte, mit ihrem Vorstoß reagiere die EASA nicht auf Ergebnisse aus der Flugunfalluntersuchung, da diese noch nicht abschließend vorlägen. Die Behörde habe bereits vor dem Unglück am 1. Juni damit begonnen, die Funktionsfähigkeit von Pitot-Sonden zu analysieren.

Man wisse, dass es vor dem Absturz der Air-France-Maschine Probleme mit der Geschwindigkeitsmessung gab, sagte Airbus-Sprecher Schaffrath. «Aber wir wissen auch, dass diese Probleme nicht die alleinige Ursache des Absturzes waren.»

Die meisten Airbus-Langstreckenflugzeuge seien mit Goodrich-Sonden ausgestattet, betonte Schaffrath. Von der Empfehlung seien nur 200 von 1.000 ausgelieferten Maschinen des Typs A330 und A340 betroffen.

Air France hatte nach dem Absturz am Pfingstmontag vorsorglich den Austausch alle Pitot-Sonden des Typs Thales AA angeordnet. Die Fluggesellschaft wählte jedoch als Ersatz andere Thales-Sonden und muss vermutlich erneut wechseln.

Air France kündigte am Freitag an, sich an die Airbus-Empfehlung zu halten und seine Flotte entsprechend umzurüsten. In der kommenden Woche werde es entsprechende technische Anweisungen geben, dann solle der Sonden-Wechsel beginnen, erklärte der Konzern.

Stand: 31.07.2009 - 4:42 PM Uhr

Quelle: dpa

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