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Artikel vom 28.10.2009

Lübeck verschiebt Flughafen-Entscheidung

Um die Zukunft des Flughafens Lübeck wird offenbar weiter gerungen. Eine für Donnerstag geplante Entscheidung in der Bürgerschaft ist offensichtlich vorerst verschoben worden. Die im BDF zusammengeschlossenen deutschen Airlines hatten sich zuvor für ein Ende des Flughafens ausgesprochen.

Ryanair-Flugzeug in Lübeck. - © © Flughafen Lübeck -

Ryanair-Flugzeug in Lübeck.

Die Zukunft des Flughafens Lübeck-Blankensee bleibt offenbar vorerst offen. In der Sitzung der Bürgerschaft am Donnerstag sollte eigentlich entschieden werden, ob die Stadt den Flughafen nach dem Rückzug des Hauptgesellschafters Infratil zunächst in eigener Regie weiterführen und ausbauen soll. Doch nach dem Willen der SPD, der mit 18 von 60 Sitzen stärksten Fraktion der Ratsversammlung, soll die Entscheidung um einen Monat vertagt werden.

Hintergrund sind offenbar Streitigkeiten in der SPD: Während Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) dem Flughafen bei einer Betriebsversammlung Unterstützung zugesagt hatte, hatte die Lokalregierung aus SPD und Grünen zu erkennen gegeben, nicht noch einmal Geld in den verlustreichen Regionalflughafen stecken zu wollen und nach dem Ende des laufenden Ryanair-Vertrags die Abfertigung von größeren Passagierflugzeugen in Blankensee zu beenden.

Damit würde der Flughafen zu einem Verkehrslandeplatz degradiert. Zurzeit gibt es allerdings keinen klassischen Regionalverkehr am Platz. Von den insgesamt elf Destinationen im Linienbetrieb werden zehn Routen von Ryanair bedient, die den Flughafen als "Lübeck-Hamburg" vermarktet. Die ungarische Wizz-Air bedient eine Route. Zuvor war der Investor abgesprungen, ein neuer konnte noch nicht gefunden werden.

Vor der geplanten Entscheidung in Lübeck hatte sich der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) sogar gestern für die Schließung des defizitären Flughafen-Projekts ausgesprochen. Lübeck sei ein "Parade-Beispiel dafür, wie teuer der öffentlichen Hand ein Flughafen kommen kann, für den es keinen ausreichenden Bedarf gibt", sagte BDF-Geschäftsführer Michael Engel in Berlin.

Genau für diese Fälle habe die Bundesregierung ihr Flughafenkonzept beschlossen, welches auch von Schleswig-Holstein umgesetzt werden soll, argumentiert der BDF. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, einen Schlussstrich zu ziehen und den Flughafen zu schließen. Auch die neue Landesregierung hatte zuletzt eine direkte Flughafenbeteiligung ausgeschlossen.

Stand: 28.10.2009 - 6:49 PM Uhr

Quelle: airliners.de

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