Artikel vom 30.10.2009 0
Lübeck-Debakel: Ryanair lockt mit Basis
Bürgerschaft überbrückt vorläufig mit Finanzspritze
© dpa
Ryanair-Chef Michael O'Leary
Lübeck hat am Donnerstag insgesamt 1,6 Millionen Euro für für die Zahlung der Gehälter der 140 Angestellten und den laufenden Geschäftsbetrieb des Flughafens in Blankensee bewilligt. Damit ist die Entscheidung über ein mögliches Ende des Flugbetriebs für größere Verkehrsflugzeuge weiter aufgeschoben.
Ryanair hatte sich als nahezu alleiniger Nutzer des Flugplatzes vor der Sitzung der Bürgerschaft ebenfalls in die Diskussion eingemischt und behauptet, es gebe neue Interssenten für den Flughafen. Airline-Chef Michael O'Leary persönlich führe Gespräche mit drei potentiellen Investoren. Zuvor hatte der BDF die komplette Schließung des verlustreichen Platzes gefordert.
Im zwei Jahren könnte Ryanair den Flughafen "Lübeck/Hamburg" als Basis ausbauen und die derzeitige Passagieranzahl von jährlich knapp 700.000 mehr als verdoppeln. Voraussetzung dafür sei allerding ein weiterer Preisnachlass, Lübeck sei "zur Zeit noch zu teuer".
Zuvor hatte sich die Bürgerschaft der Stadt über das Vorgehen mit dem seit dieser Woche betreiberlosen Flughafen zum Teil heftig gestritten. Während der SPD-Bürgermeister den Flughafen weiter ausbauen will, wollen sowohl die SPD-Fraktion als auch die Grünen in der Bürgerschaft den Flugplatz nach dem Ablauf des Ryanair-Vetrags im kommenden Jahr aus der Betriebspflicht für größere Verkehrsflugzeuge entlassen.
Hintergrund ist der Rückzug des neuseeländischen Flughafensinvestors Infratil. Anfang November soll nun erneut in der Bürgerschaft der Hansestadt über die Zukunft des defizitären Flughafens debattiert werden.
Stand: 30.10.2009 - 6:14 PM Uhr
Quelle: airliners.de
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