Artikel vom 14.03.2011 0

Fluglinien fordern einheitliche Reisewarnungen

Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) hat eine internationale Vereinheitlichung der Reisehinweise und -warnungen gefordert. So hätten deutsche Airlines seit den politischen Unruhen in Nordafrika keine Passagiere mehr dorthin geflogen, während andere Länder Warnungen früher aufhoben hätten, sagte BDF-Präsident Ralf Teckentrupp.

Screenshot der BDF-Website - © © BDF - airliners.de

Screenshot der BDF-Website

Nach den Revolutionen in Ägypten und Tunesien fordern deutsche Fluggesellschaften international einheitliche Reisewarnungen. "Wir haben keine deutschen Urlauber mehr nach Ägypten geflogen, während die Hotels voll mit Engländern blieben", sagte Ralf Teckentrup, der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) auf der Reisemesse ITB. Er kritisierte zudem die neue Luftverkehrsabgabe und äußerte sich skeptisch über die geplante Schlichtungsstelle für den Luftverkehr, die bei Beschwerden von Fluggästen aktiv werden soll.

"Ich würde international einheitliche Reisehinweise oder -warnungen besser finden", sagte Teckentrup, der auch Chef der Fluggesellschaft Condor ist. "Es ist für mich schwer zu verstehen, warum die Außenministerien der verschiedenen Länder zu so unterschiedlichen Einschätzungen der Sicherheitslage kommen." Deutschland habe vor Reisen in die Unruheländer gewarnt, während andere Länder es unterließen oder Warnungen früher aufhoben.

Teckentrup forderte zudem, die "ökologische Luftverkehrsabgabe" abzuschaffen. Seit Januar müssen die Airlines 8 bis 45 Euro pro Passagier bezahlen - je nach Flugstrecke. "Das wird uns mit Sicherheit in diesem und im nächsten Jahr fünf bis sieben Prozent Wachstum kosten. Uns fehlen sicherlich eine Million Passagiere im Monat." Besonders Billigflieger seien betroffen. Die Abgabe führe zu Stellenabbau, nicht aber zu Kündigungen, sagte Teckentrup.

Der Luftfahrtmanager sagte, sein Verband verhandele mit der Politik aufgeschlossen über die geplante Schlichtungsstelle nach dem Vorbild des Schienen- und Busverkehrs."Es gibt noch zwei, drei Diskussionspunkte, aber insgesamt sind wir auf einem guten Weg." Grundsätzlich sehe er das Vorhaben aber kritisch. "Es gibt Billigflieger, die ihre Kunden aufs Gröbste misshandeln, und deswegen kriegen wir die Schlichtungsstelle."

Stand: 14.03.2011 - 3:37 PM Uhr

Quelle: dpa

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