Artikel vom 02.12.2009 0

Flughafen Altenburg vor Verkauf

Dauersubventionen gestrichen

Die neue thüringische Landesregierung will sich nicht mehr am Wachstum des Flughafens  Altenburg beteiligen und hat Fördergelder gestoppt. Der Mehrheitsgesellschafter will seinen Anteil nun abstoßen.

Terminal des Flughafens Altenburg - © © P.Tropschug (GNU) -

Terminal des Flughafens Altenburg

Der Flughafen Altenburg soll verkauft werden. Der Kreis Altenburger Land wolle seinen Mehrheitsanteil veräußern, erklärte Landrat Sieghardt Rydzweski (parteilos) am Mittwoch. Er sei zuversichtlich, dass der Flughafen auf dem Weltmarkt auf Interesse stoßen werde.

Hintergrund sei, dass sich der Freistaat Thüringen nicht mehr am Wachstum des Airports beteiligen wolle «und wir weitestgehend auf uns allein gestellt sind», sagte Rydzweski. Die neue Landesregierung habe sich von Zusagen der Vorgängerregierung verabschiedet und einen Investitionsstopp verhängt.

Rund zwei Millionen Euro Fördermittel für Investitionen und bereits in Aussicht gestellte Gelder für Marketingzwecke fließen dem Landrat zufolge nicht an die Gesellschaft. Lediglich die Finanzierung der Fluglotsen werde vom Land übernommen. Das reiche längst nicht aus, um wirklich voranzukommen, sagte er.

Der Sprecher des Verkehrsministeriums, Thomas Sauer, verwies darauf, dass der Flughafen seit Jahren rote Zahlen schreibe. CDU und SPD hätten sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, die Perspektive der Flughäfen Altenburg und Erfurt zu überprüfen und gegebenenfalls ihre Förderpolitik zu verändern.

Sauer sagte, ein Ende des defizitären Betriebs in Altenburg sei nicht absehbar. Dauersubventionen müssten jedoch vermieden werden. Das Land schließe es aus, als Gesellschafter beim Flughafen einzusteigen.

Der Flughafen wird vor allem von Ryanair genutzt. Der Billigflieger hatte am Dienstag eine vierte Linienverbindung angekündigt. Der Airport erwartet im kommenden Jahr 165.000 Fluggäste.

Nach Angaben des Landrats bewilligte der Kreistag einen Zuschuss von 670.000 Euro, um den Flugverkehr aufrecht zu erhalten. Das Altenburger Land hält 60 Prozent der Anteile am Flughafen. Weitere Gesellschafter sind unter anderem die Stadtwerke Altenburg und die Gemeinde Nobitz.

Erst Anfang November hatten die Bauarbeiten für eine neues zweites Terminal begonnen.

Auch der Flughafen Lübeck, ein weiterer Airport, der nur von Ryanair bedient wird, erhält kein Geld mehr. Die Bürgerschaft hatte sich am 26. November dagegen ausgesprochen, weitere Gelder zu investieren.

Stand: 02.12.2009 - 2:51 PM Uhr

Quelle: airliners.de mit ddp

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