Artikel vom 18.04.2010 0

EU prüft Hilfen für Luftfahrtbranche

Vulkanasche-Ausfälle

Die EU-Kommission nimmt die Folgen des Verkehrschaos durch die Aschewolke auf die europäische Luftfahrtindustrie unter die Lupe. Eine Dringlichkeitsgruppe soll eingesetzt werden, die auch mögliche Streckenöffnungen zum Wochenanfang diskutiert.

Maschinen der Lufthansa stehen in Frankfurt/Main - © © dpa -

Maschinen der Lufthansa stehen in Frankfurt/Main

Die Europäische Union hat aufgrund des Chaos in der Luftfahrt eine Sonderkonferenz der Verkehrsminister einberufen. Wie die spanische EU-Ratspräsidentschaft am Sonntag in Madrid mitteilte, soll die Sitzung an diesem Montag per Videokonferenz abgehalten werden.

Wie die EU-Kommission in Brüssel weiter mitteilte, will Kommissionspräsident José Manuel Barroso die Grundlagen für eine «angemessene Antwort» schaffen. Außerdem sollen Maßnahmen in den Mitgliedstaaten auf EU-Ebene abgestimmt werden.

EU-Länder nicht einig bei Flugverboten

Die EU-Staaten schätzen die Gefahr der Asche in den höheren Luftschichten unterschiedlich ein. Trotz vergleichbarer Warnungen für die Konzentration der Asche erlaubten einige Länder das Fliegen in einer Reiseflughöhe von 11 Kilometern, andere nicht.

«Es wird derzeit fieberhaft daran gearbeitet, sich auf eine einheitliche Interpretation zu einigen», sagte ein Sprecher der EU-Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Brüssel. Die Entscheidung liege aber immer bei den Staaten selber.

Einig seien sich hingegen alle nationalen Luftsicherheitsbehörden, dass der übrige Luftraum unterhalb der Reiseflughöhe in den meisten Gegenden zu stark mit Asche belastet ist, um den normalen Flugverkehr wieder aufzunehmen.

Anders sieht das Frankreich. Man müsse klären, unter welchen Bedingungen man das risikofrei tun könne, sagte Umweltminister Jean-Louis Borloo dem Pariser Sonntagsblatt «Le Journal du Dimanche». Man wolle wissen, wie stark die Vulkanaschewolke den Flugverkehr gefährde. Die Lage sei über jedem Land anders.

Frankreich dringt daher auf eine europaweite Abstimmung über Testflüge durch die Vulkanaschewolke im europäischen Luftraum. Bei den Testflügen ging Frankreich im eigenen Luftraum am Sonntag voran. Air France übernehme das, erklärte das Verkehrsministerium der Nachrichtenagentur dpa.

EU-Kommission prüft Öffnung einzelner Flugstrecken

Die Europäische Kommission prüft derzeit auch, ob ab Anfang nächster Woche einige Flugstrecken in dem wegen der Aschewolken geschlossenen Luftraum über Europa wieder geöffnet werden können.

EU-Verkehrskommissar Siim Kallas stehe seit Samstag mit der europäischen Aufsichtsbehörde Eurocontrol und den Behörden der Mitgliedstaaten in engem Kontakt, "um mögliche Optionen zur Freigabe einiger Flüge zu prüfen", sagte seine Sprecherin Helen Kearns am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP.

Nach Angaben des französischen Ressortchefs Jean Louis Borloo könnte eine EU-weite Entscheidung über die Freigabe des Luftraums am Montag oder am Dienstag getroffen werden. Letztlich entscheiden allerdings die zuständigen Aufsichtsbehörden der Mitgliedsländer, ob der eigene Luftraum wieder freigegeben wird.

Mehrere Airlines hatten sich über die weitreichenden Sperrungen beschwert sowie Anträge beim Staat auf Unterstützung angekündigt.

Stand: 18.04.2010 - 2:45 PM Uhr

Quelle: dpa, AFP

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