Artikel vom 23.06.2010
EU-Kommission weist Airlines ab
Keine Beihilfen für Flugausfälle durch Vulkanasche
Die EU-Kommission sieht laut einem Pressebericht keinen Anlass für Staatshilfen für die von der Vulkanasche-Wolke betroffenen Fluggesellschaften. Bisher seien von den Mitgliedstaaten keine förmlichen Anmeldungen für finanzielle Unterstützungen eingegangen, zitiert die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ/Mittwoch) aus einem für das Treffen der EU-Verkehrsminister am Donnerstag vorgelegten Bericht. Die langfristigen Auswirkungen auf den Flugverkehr seien "wohl gering".
Die Kommission äußert sich laut "FAZ" auch zurückhaltend zu der Anregung mehrerer Fluggesellschaften, das Referenzjahr für die Einbeziehung des Luftverkehrs in das Emissionshandelssystem auf 2011 zu verschieben. Unternehmen wie die Lufthansa fürchten, bei ihrem künftigen Schadstoffausstoß ausgerechnet an dem Jahr 2010 gemessen zu werden, in dem sie wegen der Flugverbote nach dem Vulkanausbruch in Island weniger fliegen durften als sonst. Dies könnte die Preise für die Zertifikate demzufolge in den kommenden Jahren in die Höhe treiben.
Grundsätzlich ist die EU dem Bericht zufolge bereit, die Auswirkungen der Aschewolke zu prüfen. Die Fluggesellschaften müssten ihre Forderungen allerdings durch konkrete Daten belegen. Die Lufthansa beziffert ihre Belastung durch die Flugverbote auf konzernweit knapp 200 Millionen Euro.
Der Bundesverband der deutschen Fluggesellschaften (BDF) spricht von 180 bis 190 Millionen Euro für alle deutschen Airlines - die Auslandstöchter etwa der Lufthansa nicht eingerechnet. Die Fluggesellschaften halten die Datenlage, auf der die Flugverbote erlassen wurden, für nicht stichhaltig. Eine Schadenersatzklage ist bereits in Arbeit.
Stand: 23.06.2010 - 10:38 AM Uhr
Quelle: dpa-AFX
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