Artikel vom 20.02.2012 0
ETS: EU dringt auf weltweites Abkommen
© CC /Simon Wedege
Connie Hedegaard
Im Streit um die Einbeziehung der Luftfahrt in den Emissionshandel drängt die EU ihre Gegner zu einem internationalen Abkommen. "Was ist Ihr konstruktiver Vorschlag, um zu einem weltweiten Abkommen zu kommen?", schrieb EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard am Montag auf Twitter an die Adresse der Länder gewandt, die sich gegen das Emissionshandelssystem (ETS) sperren. Diese Ländern wollen sich am Dienstag in Moskau treffen, um ihre Strategie zu beraten. Hedegaard hat mehrfach betont, dass die EU Gesetzgebung nicht ändern werde.
Der Sprecher von Hedegaard präzisierte am Montag in Brüssel, dass die Vorschläge der Gegner des ETS für ein Abkommen möglichst konkret sein müssten: "Wann, wie und was werden Sie liefern?" Es gehe um einen "Arbeitsplan mit einem Zeitplan", sagte der Sprecher. Die EU befürwortet nach Kommissionsangaben schon seit längerem als Alternative zum ETS eine Übereinkunft im Rahmen der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO), sei damit aber nicht durchgedrungen.
Der 2005 eingeführte europäische Emissionshandel (ETS) für den Klimaschutz gilt seit dem 1. Januar 2012 auch für die Luftfahrt. Demnach müssen alle Airlines mit Start- oder Landeort in der EU Verschmutzungszertifikate pro Tonne ausgestoßenen Klimagases für ihre Flüge vorweisen. Den Großteil bekommen sie gratis, einen Teil müssen sie kaufen. Abgerechnet für 2012 wird im Frühjahr 2013.
Eine Reihe von Staaten, darunter China, Indien und die USA, wehren sich gegen die Abgabe. Sie kritisieren unter anderem, dass die Emissionen des kompletten Fluges in die Berechnung einbezogen werden, nicht nur die diejenigen für die Strecke über dem Gebiet der Europäischen Union.
Stand: 20.02.2012 - 2:48 PM Uhr
Quelle: AFP
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