Artikel vom 20.11.2009 0

Berlin zwingt Dubai zu höheren Ticketpreisen

Das Bundesamt für Güterverkehr, das dem Verkehrsministerium unterstellt ist, hat Emirates und weitere Nicht-EU-Fluggesellschaften aufgefordert, die Ticketpreise auf bestimmten Routen zu erhöhen. Das Amt beruft sich dabei auf bilaterale Verträge.

Emirates Airline Airbus A380 - © © AirTeamImages.com -

Emirates Airline Airbus A380

Deutschland hat der arabischen Emirates und weiteren Fluggesellschaften aus dem Ausland den Verkauf von besonders preiswerten Flugtickets verboten. Betroffen sind bestimmte Strecken zwischen Deutschland und Flughäfen außerhalb der EU. Dies geht aus einem der Deutschen Presse- Agentur dpa vorliegenden Schreiben des Bundesamtes für Güterverkehr an die Fluggesellschaft Emirates hervor.

Das Amt beruft sich dabei auf bilaterale Luftverkehrsabkommen. Die Preishoheit auf bestimmten Strecken zwischen Deutschland und Nicht- EU-Zielen solle «vornehmlich den designierten Luftfahrtunternehmen einschließlich den Luftfahrtunternehmen aus den EU-Mitgliedstaaten vorbehalten sein», heißt es in dem Brief des Präsidenten des Amtes, Andreas Marquardt, den er mit dem Bundesverkehrsministerium in Berlin abgestimmt habe.

Das Amt greife ein, wenn es eine «Marktstörung» sehe. Das Vorgehen richte sich nicht allein gegen Emirates, auch andere Airlines seien aufgefordert worden, ihre Tarife vom Markt zu nehmen.

Ein Sprecher des Verkehrsministeriums bestätigte den Vorgang. Das Amt habe die Aufgabe, stichprobenhaft die Preisführerschaft im Luftverkehr zu untersuchen. Hintergrund sei das öffentliche Verkehrsinteresse.

Bei Emirates stieß das Vorgehen auf scharfe Kritik. Die Fluggesellschaft kündigte an, die Europäische Kommission einzuschalten, um Verstöße gegen den Wettbewerb und den Schutz der Verbraucherinteressen prüfen zu lassen. Zudem befinde sich Emirates im Kontakt mit dem Bundesverkehrsministerium.

Das Vorgehen Deutschlands gegen besonders preiswerte Flugtickets überrascht viele ausländische Airlines. «Es ist für viele Fluggesellschaften verwunderlich, weil sie es aus anderen Ländern nicht kennen», sagte der Generalsekretär des Airline- Verbandes Barig, Martin Gaebges, am Freitag in Frankfurt. Es sei die Frage, ob die deutsche Regelung von Mindestpreisen in den heutigen Wettbewerb noch passe. «Ich sehe den besonderen Nutzen nicht», sagte Gaebges.

Stand: 20.11.2009 - 3:15 PM Uhr

Quelle: airliners.de mit dpa

Empfehlen:

Anzeigen

Kommentare
Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen

mit Unterstützung durch Disqus
Aktuell kommentiert
Powered by Disqus