Artikel vom 28.08.2009 0

AUA-Übernahme durch Lufthansa unter Auflagen genehmigt

AUA entlässt halbe Führungsetage

Lufthansa hat am Freitag die offizielle Freigabe der Europäischen Kommission zur Übernahme der angeschlagenen Austrian Airlines (AUA) erhalten. Dafür muss der Kranich Slots an Wettbewerber abgeben. Im Zuge der Übernahme streicht AUA derweil fast die Hälfte der Führungsposten.

AUA- und Lufthansa-Leitwerke - © © Lufthansa -

AUA- und Lufthansa-Leitwerke

Die Europäische Kommission hat am Freitag die geplante Übernahme der Austrian Airlines (AUA) durch Lufthansa unter Auflagen genehmigt.

Mit der Entscheidung erfolgte die endgültige Freigabe der Übernahme. Ende Juli hatte die Kommission bereits angekündigt, dass Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes nach Gesprächen mit Lufthansa die Anweisung gegeben habe, unter Auflagen grünes Licht zu erteilen.

Lufthansa übernimmt von der österreichischen Staatsholding ÖIAG gut 40 Prozent an AUA für einen symbolischen Cent pro Aktie - das sind etwa 366.000 Euro. Insgesamt hält Lufthansa damit aufgrund eines zusätzlichen Übernahmeangebots nach eigenen Angaben mehr als 75 Prozent an AUA. Der österreichische Staat übernimmt im Gegenzug ein Drittel der AUA-Schulden in Höhe von insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro.

Lufthansa gibt Slots ab

Die deutsche Fluggesellschaft hatte zuvor Zugeständnisse an die EU-Wettbewerbshüter gemacht: Lufthansa verzichtete nach Angaben aus informierten Kreisen auf 19 Start- und Landerechte für Verbindungen von Wien nach Frankfurt am Main, München, Stuttgart, Köln und Brüssel. Diese Verbindungen sollen jetzt schnell Wettbewerber der Kranich-Linie übernehmen können.

Die AUA soll bereits ab September in den Unternehmensverbund der Lufthansa eingegliedert werden, hieß es am Freitag von der Lufthansa. 75 Prozent des Aktienkapitals seien der Lufthansa bereits angedient worden.

Neben dem Zusammenschluss habe die Kommission auch die Restrukturierungsbeihilfe in Höhe von 500 Millionen Euro durch die ÖIAG genehmigt.

AUA streicht fast Hälfte der Führungsposten

AUA kündigte nach dem grünen Licht aus Brüssel an, fast die Hälfte aller Stellen in ihrem Management zu streichen. Die 347 Jobs sollten auf 180 zusammengestrichen werden, kündigte das Unternehmen am Freitag in Wien an.

Mit einem bereits bekanntgegebenen Sparprogramm will die AUA die Kostenbasis bis 2012 um etwa 200 Millionen Euro senken. Bis Mitte des nächsten Jahres sollen von 7.500 Stellen rund 1.000 wegfallen.

Die Übernahme wird Lufthansa zwischen 166 Millionen und 382 Millionen Euro kosten. Ein großer Teil der Summe ist aber nur dann fällig, wenn sich die erwarteten wirtschaftlichen Erfolge einstellen.

Stand: 28.08.2009 - 4:13 PM Uhr

Quelle: ddp, afp, dpa, airliners.de

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