Artikel vom 18.04.2010 0
Airlines starten eigene Testflüge
DLR plant Asche-Messflug am Montag
© dpa
Ein Lufthansa-A340 startet in München
Während die österreichischen Flughäfen weiterhin wegen der Vulkanaschewolke aus Island gesperrt sind, haben der ehemalige Formel-1-Rennfahrer und Airline-Chef Niki Lauda («Fly Niki») und die Austrian Airlines (AUA) am Sonntag Testflüge unternommen.
Die AUA machte sich mit den Vorständen Peter Malanik und Andreas Bierwirth an Bord auf den Weg nach Graz, Fly Niki steuerte - mit Lauda im Cockpit - Salzburg an. Die Flüge waren genehmigt, aber Passagiere durften auf Anweisung der Gesellschaft für Zivilluftfahrt «Austro Control» nicht mitfliegen. «Ich persönlich verstehe es nicht, aber ich halte mich selbstverständlich daran», erklärte Lauda.
Er wolle «fliegen, um Passagieren und der Welt zu beweisen, dass man unter diesen Bedingungen fliegen kann», zitierte die Nachrichtenagentur APA den Luftfahrtunternehmer. Er würde dies nicht tun, wenn er sich nicht sicher sei. «Ich kann garantieren, wir kommen sicher zurück.» Beide Airlines hatten bereits am Samstag die Schließung der Flughäfen kritisiert und betont, man könne schon längst wieder fliegen.
Air France und KLM: Keine Schäden feststellbar
Mit mehreren Testflügen wollen Air France und KLM an diesem Sonntag prüfen, wie stark die Vulkanaschewolke tatsächlich den Luftverkehr beeinträchtigt. Die Versuchsflüge seien mit der Regierung abgestimmt, erklärte das Pariser Verkehrsministerium am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa.
Der erste Testflug im französischen Luftraum zur Einschätzung der Vulkanaschewolke ist problemlos verlaufen. Ein in Paris gestarteter Airbus A320 der Air France landete am Nachmittag unbeschädigt am Airbus-Standort Toulouse, wo die Fluggesellschaft ein Wartungszentrum unterhält. Es habe «keine Anomalie» gegeben, berichtete France.
Auch die Air-France-Schwesterfluggesellschaft KLM hat zwischen Amsterdam und Düsseldorf eine Serie von Testflügen zur Überprüfung der Gefahren durch die Aschewolke über Europa gestartet. Eine Boeing 737 sei am Sonntagmorgen von Amsterdam-Schiphol nach Düsseldorf geflogen, teilte die KLM-Sprecherin Joyce Veekman mit.
Eine Boeing 737-800 flog bereits gestern auf einer Runde über den Niederlanden und der Nordsee bis auf eine Reiseflughöhe in FL410. Während des Fluges habe es keine Probleme gegeben.
KLM hoffe auf eine schnelle Wiederaufnahme des Flugbetriebs, die Sicherheit sei aber die höchste Priorität, teilte die Airline in einer Presseerklärung mit. Man arbeite im Übrigen auch mit der Lufthansa zusammen.
Deutsche Airlines bieten Testflüge an
Auch die deutschen Airlines wünschen sich eine engere Zusammenarbeit mit den Behörden. So hat Air Berlin Testflüge angeboten. Damit könne man «valide Erkenntnisse» über die Auswirkungen der Aschewolke auf die Flugzeuge gewinnen, erklärte Air-Berlin-Chef Joachim Hunold am Sonntag in Berlin.
Am Vortag hatte das Unternehmen - wie die Lufthansa - Maschinen nach VFR-Sichtflugregeln umpositioniert. Die technische Überprüfung nach der Landung habe «keinerlei Beeinträchtigungen» gezeigt, hieß es.
Hunold äußerte Unverständnis über die andauernde Sperrung des Luftverkehrs. «Uns verwundert, dass die Ergebnisse der Testflüge (...) keinerlei Einfluss auf die Entscheidungsfindung der Luftsicherheitsbehörden gefunden haben.»
DLR plant Messflug am Montag
Deutsche Atmosphärenforscher wollen erst am Montag in die Aschewolke fliegen und erstmals verlässliche Daten für das seit Freitag verhängte Flugverbot sammeln. "Wir bereiten solch einen Messflug bis in 10 Kilometer Höhe vor", bestätigte ein Sprecher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Sonntag in Oberpfaffenhofen.
In das Atmosphärenforschungsflugzeug vom Typ Falcon 20 werden dem Sprecher Andreas Schütz zufolge derzeit spezielle Messinstrumente eingebaut, um die Dichte der Asche-Partikel je Kubikmeter Luft zu messen, die von dem Vulkan-Ausbruch in Island stammen. Zunächst müsse aber das Luftfahrtbundesamt eine Genehmigung für den Flug erteilen.
Die Schließung des gesamten Luftraums über Nordwesteuropa bis zunächst Sonntagabend 20.00 Uhr (MESZ) beruht bislang lediglich auf Daten einer Computersimulation beim Vulcanic Ash Advisory Centre (VAAC) in London. Konkrete Messergebnisse zur Dichte der Vulkanasche über Kontinentaleuropa gibt es bislang nicht.
Stand: 18.04.2010 - 5:43 PM Uhr
Quelle: airliners.de mit ddp, AFP
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