Artikel vom 23.10.2008 0
Labortests zu Body-Scannern laufen an
ADV: Diskussion versachlichen
© dpa
Ein weiblicher Fluggast steht am Amsterdamer Flughafen Schiphol in einem Ganzk
Seit einigen Tagen wird die politische und mediale Diskussion um die sogenannten "Nacktscanner" nach Ansicht des Flughafenverbands ADV (Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen)von fälschlichen Annahmen und Hysterie getragen. „Wenn wir eine Akzeptanz neuer, vielversprechender Technologien erreichen wollen und deren Einsatz fordern, dann dürfen wir uns das durch negative Terminologien wie den „Nackt-Scanner“ nicht selbst verbauen“, erklärte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel.Ganzkörper-Scanner, die Passagiere "bis auf die Haut" durchleuchten, werden in Europa bereits auf Flughäfen in Amsterdam, Zürich und London getestet. Auch in den USA sind die neuen Millimeter Wave Ganzkörper-Scanner im Einsatz, um beispielsweise Keramik-Messer oder Plastiksprengstoff zu finden.
EU plant generelle Zulassung
Die EU-Kommission will die Geräte generell zulassen, hat dem Europaparlament für den 6. November aber eine Beratungsrunde zugesagt. Genaue Vorgaben seitens der Kommission können jedoch erst nach Auswertung der bisher vielversprechenden Testergebnisse gemacht werden. Ein flächendeckender Einsatz wird aber nicht vorgeschrieben werden. „Ein Einsatz der modernen Technologie an deutschen Flughäfen ist geplant“, weiß Beisel und ist überzeugt: „Neue Technologien sind eine Chance zur Verbesserung des Reisekomforts der Passagiere.“
Beisel betont: „Die Technologie der Bodyscanner ist zukunftsweisend und wird über kurz oder lang als effektive Kontrollmethode ihren Einsatz finden.“ Ob, in welchem Umfang und wann die Bodyscanner an den deutschen Flughäfen eingesetzt werden, entscheidet das Bundesministerium des Innern. Derzeit testet auch die Bundespolizei verschiedene Geräte unter Laborbedingungen.
Tests beginnen Ende des Jahres
Die Bundespolizei wird voraussichtlich Ende dieses Jahres im Labor mit dem Test der Body-Scanner für die deutschen Flughäfen beginnen. Dabei sollten mit Hilfe externer Experten sowohl rechtliche Fragen als auch Gesundheits- und Sicherheitsaspekte geklärt werden, sagte der Sprecher der Bundespolizei in Potsdam, Jörg Kunzendorf, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Erst wenn klar ist, ob dieser Scanner unseren Anforderungen entspricht, wird über einen Praxistest entschieden.» Vorerst werde das Durchleuchtungsgerät aber an keinem Flughafen zum Einsatz kommen.
Bei der neuen Technik entsteht mit Hilfe elektromagnetischer Strahlen ein dreidimensionales Bild, auf dem der Fluggast ohne Kleidung erscheint. Alle am Körper befestigten Gegenstände werden sichtbar, auch versteckte Waffen. Zu sehen sind zum Beispiel aber auch Prothesen.
„Die Intimsphäre jedes Reisenden wir auch beim Einsatz der Bodyscanner gewahrt bleiben“, beruhigt Beisel. Bei Verwendung der Technologie soll die Kontrollkraft, die das Bild prüft, außerhalb der Sicht der zu überprüfenden Person sitzen. Damit wird ausgeschlossen, dass das Bild der Person direkt zugeordnet werden kann.
Stand: 23.10.2008 - 4:23 PM Uhr
Quelle: ddp, ADV
Anzeigen
Meistgelesen
- 1 Air Berlin wagt den Billigst-Tarif Neue Tarifstruktur
- 2 Lufthansa-A380 heißt «Berlin» Taufe in Tegel
- 3 A400M-Tests in Brandenburg beendet Testflüge verliefen «nicht nach Plan»
Anzeige

Wieder Charterflüge ab Lübeck