Artikel vom 16.09.2010 0
Körperscannertests ab Ende September
Mehrmonatige Testphase am Hamburger Flughafen
© dpa
Körperscan am Amsterdamer Flughafen Schiphol
Vom 27. September an werden am Hamburger Flughafen Körperscanner getestet. Für die Passagiere ist die Nutzung zunächst freiwillig. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wird wohl zu den Ersten gehören, die durch die Schleuse gehen. Er nimmt die Securityscanner offiziell in Betrieb. Die Geräte sollen helfen, am Körper verborgenen Sprengstoff oder Waffen aufzuspüren. In den Niederlanden und Großbritannien sind die Scanner an Flughäfen bereits im Einsatz.
«Es gibt dabei keine echten Körperbilder», hatte der Innenminister wiederholt versichert. Gegenstände würden auf einer schematischen Personendarstellung angezeigt. Die im Körperscanner erzeugten Daten werden sofort nach der Kontrolle gelöscht. Eine hitzige Debatte hatte es über die Einführung sogenannter Nacktscanner gegeben, nachdem im Oktober 2008 ein Vorstoß der EU-Kommission hierzu bekanntgeworden war.
In der Mitarbeiterzeitung «follow me» unterstrich Michael Eggenschwiler, Vorsitzender der Geschäftsführung Hamburg Airport, für die Flughäfen seien die Testergebnisse sehr wichtig. Er erläuterte: «Getestet werden die betrieblichen Abläufe, die Bequemlichkeit für die Passagiere und die Schnelligkeit der Kontrollen. Es darf nicht sein, dass die Kontrollen wesentlich länger dauern als bisher.»
Das in Hamburg erprobte Gerät arbeitet mit Millimeterwellen. Die Geräte seien für die Gesundheit unbedenklich, hieß es. Neben der gesundheitlichen Unbedenklichkeit hatte de Maizière stets die Wahrung der Intimsphäre der Passagiere sowie die Leistungsfähigkeit als Voraussetzung für den Start genannt. Das Gerät wurde bei der Bundespolizeiführungsakademie in Lübeck unter Laborbedingungen getestet. Für den Praxistest wurde der am nächsten gelegene große Flughafen in Hamburg ausgesucht.
Die Bundesregierung hatte entschieden, die Einführung von Körperscannern zu prüfen. Auslöser war der vereitelte Sprengstoff-Anschlag eines Nigerianers auf ein US-Passagierflugzeug Ende 2009. Der Mann hatte den Sprengstoff in seiner Unterhose versteckt.
Stand: 16.09.2010 - 2:42 PM Uhr
Quelle: dpa, airliners.de
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