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Artikel vom 11.08.2010

Hamburg: Körperscannertest dauert mehrere Monate

Die am Flughafen Hamburg geplanten Körperscannertests sollen bis zu sechs Monate dauern. Die Testphase beginnt Ende September. Sie soll Schwachstellen aufdecken und zeigen, ob die Abfertigung der Passagiere schneller geht als bisher.

Körperscanner-Einsatz auf dem Amsterdamer Flughafen - © © dpa - E. Oudenaarden

Körperscanner-Einsatz auf dem Amsterdamer Flughafen

Der bundesweit erste Test von Körperscannern in Hamburg soll bis zu einem halben Jahr dauern. Nach dem Beginn Ende September sei eine Testphase von drei bis sechs Monaten geplant, sagte der Geschäftsführer des Hamburger Flughafens, Michael Eggenschwiler, am Mittwoch. Es sei der richtige Weg, neue Technologien zunächst zu erproben. «Uns ist ein gutgemachter Test mit klaren Ergebnissen lieber als eine schnelle Lösung», sagte der Flughafen-Chef, der den Einsatz der Geräte begrüßt. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte den Test in Hamburg jüngst angekündigt.

Zunächst sollen zwei Geräte von einem Fabrikat in die bestehende Sicherheitskontrolle integriert werden. Eggenschwiler zufolge haben die Passagiere dann ab Ende September die Wahl, «ob sie durch den gläsernen Zylinder gehen wollen» oder die bisher übliche Kontrolle nutzen. Es sei ein freiwilliger Test, der die Persönlichkeitsrechte der Passagiere wahre.

Der Scanner produziere keine Körperbilder mit Konturen, sondern zeige an einer Art Strichmännchen an, an welchen verdächtigen Stellen das Personal den Passagier nach Gegenständen kontrollieren müsse, sagte Eggenschwiler. Damit müsse nicht mehr der ganze Körper abgetastet werden. Bei der Durchleuchtung der Passagiere kann der Scanner innerhalb von Sekunden versteckten Sprengstoff oder Waffen entdecken.

Test soll transparent gestaltet werden

Dennoch kann Eggenschwiler Bedenken einiger Passagieren verstehen, weshalb er den Test transparent gestalten will. Auch würden die erzeugten Daten nach der Kontrolle wieder gelöscht. Zudem habe die Prüfung der Bundespolizei ergeben, dass das Scannen nicht gesundheitsgefährdend sei.

Während des Tests in Hamburg sollen Schwachstellen beseitigt und sowohl die Passagiere als auch das Personal befragt werden. Auch werde die Probephase zeigen, ob die Abfertigung der Passagiere schneller gehe als bisher. Ob sich daraus eine Kürzung des Personals an den Flughäfen ergibt, konnte Eggenschwiler nicht sagen.

Erst nach Abschluss des Tests soll entschieden werden, «ob die Einführung von Körperscannern in Deutschland das Richtige ist», sagte der Flughafen-Chef. Entscheidend dafür sei die Zuverlässigkeit für den Betrieb eines Flughafens, die Sicherheit sowie die Akzeptanz bei den Passagieren.

Die Bundesregierung hatte entschieden, die Einführung von Körperscannern zu prüfen. Auslöser war der vereitelte Sprengstoff-Anschlag eines Nigerianers auf ein US-Passagierflugzeug Ende 2009. Der Mann hatte den Sprengstoff in seiner Unterhose versteckt.

Stand: 11.08.2010 - 5:53 PM Uhr

Quelle: ddp, airliners.de

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