Artikel vom 13.01.2011 0

Frankfurt testet lärmmindernde Flugverfahren

Evalierung von drei Methoden

Der Frankfurter Flughafen hat erste Tests für lärmmindernde Flugverfahren aufgenommen. Dabei sollen Bahnen und Routen gezielter genutzt sowie steilere Abflugwinkel geflogen werden. Die neuen Verfahren sollen dauerhaft noch vor Eröffnung der neuen Landebahn Nordwest eingeführt werden.

Flugzeuge der Lufthansa auf dem Weg zur Startbahn in Frankfurt - © © dpa -

Flugzeuge der Lufthansa auf dem Weg zur Startbahn in Frankfurt

Am Flughafen in Frankfurt am Main ist am Donnerstag der Probebetrieb für lärmmindernde Flugverfahren angelaufen. Bisher würden die gezielte Nutzung von Bahnen und Routen sowie von steileren Abflugwinkel zu Lärmentlastung dicht bevölkerter Gebiete im Rhein-Main-Gebiet getestet, sagte ein Sprecher des Forums Flughafen und Region (FFR). Es hatte mehrere Methoden zur Lärmminderung im Paket «Aktiver Schallschutz» entwickelt.

Beim Verfahren der gezielten Bahn- und Routennutzung sind den Angaben zufolge an festgelegten Nächten zwischen 23.00 und 5.00 Uhr nur bestimmte Bahnen in Betrieb, wodurch ein Teil der Bürger in der Region vom Fluglärm weitgehend verschont bleiben soll. Ferner werde ein steilerer Startwinkel, die sogenannte Vertikale Optimierung, bei 14 Flugrouten dafür sorgen, dass sich Maschinen beim Abflug schneller von den Wohngebieten entfernen und damit die Lärmbelastung der Bevölkerung sinkt.

Eine dritte Methode, das Segmentierte Anflugverfahren, sei noch nicht eingeführt, aber für 10. Februar beantragt, sagte Günter Lanz vom FFR. Dieses Verfahren sehe vor, dass bevölkerungsstarke Gebiete wie Hanau, Offenbach und Mainz beim Anflug umflogen werden. Das Verfahren kann nur zu verkehrsarmen Zeiten, also hauptsächlich nachts, angewendet werden. Allerdings seien 80 Prozent aller Flugzeuge technisch in der Lage, die Methode umzusetzen, fügte Lanz hinzu.

Alle drei Monate sollen Zwischenberichte über die Wirkung der Lärmminderungsmethoden erstellt werden, eine Bewertung der Verfahren sei nach einjähriger Laufzeit vorgesehen. Kritiker der Lärmschutzverfahren betonten, dass mit einer Änderung der Anflugrouten- und -verfahren mehr als 100.000 Menschen erstmals massiv mit Fluglärm belastet würden.

Die Deutsche Flugsicherung (DFS), der Flughafenbetreiber Fraport und Lufthansa wollen die lärmmindernden Verfahren dauerhaft noch vor Inbetriebnahme der neuen Landebahn Nordwest des Frankfurter Flughafens einführen.

Stand: 13.01.2011 - 4:20 PM Uhr

Quelle: dapd

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