Artikel vom 31.01.2012 0

DFS testet neue Verfahren in Frankfurt

Lärmminderung

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) will mit Hilfe von optimierten An- und Abflugverfahren im Rhein-Main-Gebiet den Fluglärm reduzieren. Dafür soll die Südumfliegung weiter ausgebaut und das kontinuierliche Sinkflugverfahren sowie steilere Anflugwinkel getestet werden.

Eine Passagiermaschine setzt zur Landung auf der Nordwest-Landebahn des Flughafens Frankfurt/M. an. - © © dpa - Boris Roessler

Eine Passagiermaschine setzt zur Landung auf der Nordwest-Landebahn des Flughafens Frankfurt/M. an.

Noch im Februar soll an zwei Testtagen der kontinuierliche Sinkflug einzelner Jets am Flughafen Frankfurt beginnen, kündigte die Deutsche Flugsicherung (DFS) am Dienstag an. Piloten und Lotsen seien entsprechend informiert worden. Beim „Continious Descent Approach“ lassen sich die Jets fast ohne Zwischenschub und damit auch leiser aus größerer Höhe sinken. Dieses Verfahren ist allerdings wegen des großen Kontrollaufwands und der großen Sicherheitsabstände zu anderen Fliegern nur in verkehrsschwachen Zeiten einsetzbar, wie DFS-Chef Dieter Kaden einräumte.

Mit dem Flughafenbetreiber Fraport und den Airlines werden weitere Projekte des aktiven Schallschutzes besprochen, berichtete Kaden. Für die Anwohner in den Gebieten unter dem unmittelbaren Endanflug brächten aber die meisten Möglichkeiten keine Entlastung. Hier sei letztlich nur der steilere Anflugwinkel von 3,2 Grad wirksam, der ab Oktober auf der Nordwestbahn getestet werden soll.

Auf dem für den 8. Februar geplanten Fluglärmgipfel der hessischen Landesregierung sollen weitere Maßnahmen vorgestellt werden, um die Gesamtlärmbelastung der Flughafenumgebung zu mindern. Dazu gehört voraussichtlich eine weitere Anhebung des Gegenanflugs für beide Landebahnen um 1.000 Fuß (rund 300 Meter). Dies könne frühestens ab August umgesetzt werden, erklärte der DFS-Flugroutenplaner Andre Biestmann. Derzeit werde noch geprüft, wie das mit den bestehenden Instrumentenlandesystemen abzuwickeln ist. Von dieser Maßnahme würden Gemeinden im Norden und im Süden des Flughafens profitieren.

Schon seit Dezember bündeln die Lotsen zudem den Abflug über die neu eingerichtete Südumfliegung enger, berichtete die DFS. Die vorgegebene Linie werde von mehr als 90 Prozent der Jets eingehalten. Damit werde sichergestellt, dass vor allem Ortslagen im Anflug auf die Nordwestlandebahn wie Flörsheim und Hochheim von zusätzlichem Startlärm entlastet würden. Mit dem neuen UKW-Funkfeuer an der Autobahn 67 bei Rüsselsheim könnten ab August auch die ganz schweren Flugzeuge auf diese Route geschickt werden.

Auch Fraport-Chef Stefan Schulte hat konkrete Maßnahmen zum aktiven Schallschutz angekündigt, die in Wiesbaden beschlossen werden sollten. Mit Blick auf die internen Abstimmungen vermied es Schulte aber, einzelne Maßnahmen zu benennen. Am Lärmschutzgipfel auf Einladung von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) nehmen neben Fraport die Lufthansa, die DFS und der Airline-Verband Barig teil.

Schulte erinnerte in der Diskussion um den Fluglärm aber erneut auch an die mehr als 71 000 Arbeitsplätze am Flughafen und dessen Bedeutung für zahlreiche Branchen und Niederlassungen internationaler Firmen im Rhein-Main-Gebiet.

Stand: 31.01.2012 - 5:07 PM Uhr

Quelle: dpa

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