Artikel vom 11.11.2011 0

Bundespolizei: Keine Wunderlösung für einfachere Kontrollen

Technische "Wunderlösungen" werden die Kontrollen an Flughäfen nach Ansicht der Bundespolizei in absehbarer Zeit nicht vereinfachen. Wichtiger seien ein noch größeres Sicherheitsbewusstsein sowie eine noch bessere Koordinierung zwischen Flughäfen, Fluggesellschaften und der Bundespolizei.

Bodyscanner am Flughafen Paris-Charles de Gaulle

Nach dem Ende des Versuchs mit sogenannten Körperscannern ist eine «technische Wunderlösung» für einfachere Passagierkontrollen an Flughäfen auf absehbare Zeit nicht in Sicht. Das erklärte der Leiter des Referats Luftsicherheit im Bundespolizeipräsidium, Steffen Richter, am Donnerstag am Hamburger Flughafen.

Auf der Jahrestagung des Luftfahrt-Presse-Clubs sprach sich Richter zugleich für ein noch größeres Sicherheitsbewusstsein aus. Nach wie vor bestehe eine hohe und spezifische Gefährdung des Luftverkehrs.

«Luftsicherheit ist eine gemeinsame Aufgabe von Behörden und den beteiligten Unternehmen.» Bei den Planungen und Forschungen für die Zukunft dürfe nicht nur nach der Kontrolltechnik gefragt werden. Zu prüfen sei auch, wie die künftigen Bedrohungen aussehen.

«Wir müssen das Bewusstsein sensibilisieren ohne zu dramatisieren», sagte Richter. Als Herausforderung nannte er unter anderem eine noch komfortablere Abfertigung der Passagiere auch in Verkehrsspitzenzeiten. Hierfür werde eine noch bessere Koordinierung zwischen Flughäfen, Fluggesellschaften und der Bundespolizei angestrebt. Dazu gehöre auch ein effizienter Personaleinsatz.

Ende August war am Hamburger Flughafen ein Test von sogenannten Körperscannern beendet worden. Die Auswertung hatte ergeben, dass die Scanner in knapp der Hälfte aller Fälle Fehlalarm gaben. Rund 800.000 Passagiere hatten die an Duschkabinen erinnernden Apparate freiwillig genutzt. Die Geräte sollten für mehr Sicherheit sorgen und den Passagieren gleichzeitig das lästige Abtasten ersparen. Die Scanner werden derzeit unter Laborbedingungen bei der Bundespolizei in Lübeck weiterentwickelt. Vor allem geht es dabei um die Software.

Die Bundespolizei bezeichnete Richter als «Rädchen im hochkomplizierten Uhrwerk» der Luftsicherheit. Sie ist dafür auf 14 deutschen Flughäfen im Einsatz und bedient sich bei den Kontrollen überwiegend privater Sicherheitsfirmen. Auf den 21 kleineren Flughäfen erfüllen die Länder im Auftrag des Bundes die Luftsicherheitsaufgaben.

Stand: 11.11.2011 - 11:59 AM Uhr

Quelle: dpa

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