Artikel vom 30.01.2012 0

BER-Fluglärmkommission will weiter optimieren

Flughafen intensiviert Schallschutzprogramm

In Berlin ist nach der Entscheidung vor der Entscheidung: Erneut wird geprüft, ob die umstrittenen Flugrouten zum und vom neuen Hauptstadtflughafen in Schönefeld optimiert werden können. Es gab auch schon konkretes zum Lärmschutz.

Rainer Schwarz, Sprecher der Geschäftsführung der Flughafen Berlin-Brandenburg GmbH (l), Nikolaus Herrmann, Direktor Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung und Kathrin Schneider, Vorsitzende der Fluglärmkommission  - © © dpa - Nestor Bachmann

Rainer Schwarz, Sprecher der Geschäftsführung der Flughafen Berlin-Brandenburg GmbH (l), Nikolaus Herrmann, Direktor Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung und Kathrin Schneider, Vorsitzende der Fluglärmkommission

Die Flugrouten stehen fest, die Arbeit der Berliner Fluglärmkommission geht weiter. Nach der Festlegung der Flugrouten für den künftigen Hauptstadtflughafen sucht eine Arbeitsgruppe Verbesserungsmöglichkeiten im Detail.

Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung hatte am Donnerstag bekanntgegeben, welche Brandenburger Gemeinden und Berliner Bezirke künftig überflogen werden. Das Amt hatte zugesagt, dass die Routen im Jahr nach der Inbetriebnahme überprüft werden, um zu sehen, ob Änderungen und Ergänzungen möglich sind.

Geprüft wird nun unter anderem, ob an Sonn- und Feiertagen andere Abflugverfahren zur Anwendung kommen könnten (Tegler Modell). Auch das Münchener Modell, also ein längerer Geradeausflug und das spätere Abschwenken für Ostabflüge wird weiterhin geprüft. Der Flughafen wird dazu eine Studie finanzieren.

Zudem soll erwogen werden, ob eine halbe Stunde vor und nach dem Nachtflugverbot von Mitternacht bis fünf Uhr verspätete und verfrühte Flüge von der Nord- auf die Südbahn verlegt werden können. Dann würden sie nicht über den Berliner Südwesten und Südosten fliegen. Untersuchen wollen die Experten auch, ob höhere Landeanflüge möglich sind.

Flughafenchef Rainer Schwarz sagte, die Lärmbilanz für Berlin und Brandenburg sei mit Inbetriebnahme des neuen Flughafens positiv, wenn mit der Tegel-Schließung Starts und Landungen in der Innenstadt entfallen. "Dennoch müssen wir daran arbeiten, wie die Lärmbelastung rund um den Flughafen Berlin Brandenburg weiter minimiert werden kann." Die Betreiber wollen nun auf Basis der neuen Flugrouten das Gebiet neu berechnen, in dem Anwohner Anspruch auf Schallschutz haben.

Gemäß der rechtlichen Vorgaben betreibt der Flughafen Berlin Brandenburg rund um den Airport ein dichtes Netz aus Fluglärm-Messstellen. Durch die Fluglärmüberwachung können vereinzelte laute Flugzeuge oder abweichende Flugstrecken eindeutig identifiziert werden. Flughafenchef Schwarz kündigte heute in der Sitzung der Fluglärmkommission an: „Wir werden die Zahl der Fluglärm-Messstellen bis zur Inbetriebnahme des BER am 3.6.2012 freiwillig erhöhen. Die neuen Standorte sind unter anderem in Kienitzberg, Waltersdorf und im Süden von Blankenfelde. Auf diese Weise berücksichtigen wir bei der Fluglärmüberwachung sogleich die endgültigen Flugrouten.“ Auch nach der Flughafeneröffnung soll das Messstellen-Netz weiter verdichtet werden.

Die Kommission aus Vertretern von Gemeinden und Luftverkehrsbranche ist eine beratende Einrichtung. Die Flugrouten legt das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung fest. Die Kommission tagt am 21. Mai wieder.

Stand: 30.01.2012 - 6:06 PM Uhr

Quelle: dpa, dapd, AFP, airliners.de

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