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Artikel vom 09.08.2010

Bald Körperscanner-Tests in Hamburg

Ab September

Deutschland will Ende September mit einem Test von Körperscannern zur Sicherheitskontrolle von Fluggästen beginnen. Für den freiwilligen Test der Geräte wurde der Flughafen Hamburg ausgewählt. 

Körperscan am Amsterdamer Flughafen Schiphol

Ende September soll am Hamburger Flughafen ein Test von Körperscannern zur Sicherheitskontrolle von Passagieren beginnen. Das kündigte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) in der «Bild am Sonntag» an.

Es gebe dabei keine echten Körperbilder, betonte der Innenminister. Gegenstände würden auf einer schematischen Personendarstellung angezeigt. «Die im Körperscanner erzeugten Daten werden sofort nach der Kontrolle gelöscht», versicherte de Maizière. Die Teilnahme an dem Test sei für jeden Passagier freiwillig.

Über die Einführung der Körperscanner hatte es in Deutschland eine hitzige Debatte gegeben, nachdem im Oktober 2008 ein Vorstoß der EU-Kommission hierzu bekanntgeworden war. Die Geräte sollen helfen, am Körper verborgenen Sprengstoff oder Waffen aufzuspüren. In den Niederlanden und Großbritannien sind die Scanner an Flughäfen bereits im Einsatz.

Das Gerät, das nun in Hamburg erprobt werden soll, arbeitet nicht mit Röntgenstrahlen, sondern mit Millimeterwellen. Die Geräte seien für die Gesundheit unbedenklich, versicherte der Minister.

Neben der gesundheitlichen Unbedenklichkeit hatte de Maizière stets die Wahrung der Intimsphäre der Passagiere sowie die Leistungsfähigkeit als Voraussetzung vor einer Einführung der Geräte genannt. Trotz umfangreicher Tests ist der Körperscanner aber offensichtlich noch nicht serienreif. Er schlage zur Zeit noch eher zu oft als zu selten an. Ziel des Feldtests sei es daher, diese «Kinderkrankheiten» zu beseitigen, sagte de Maizière.

Schaar mahnt vorsichtigen Einsatz an

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, macht die strikte Einhaltung von Persönlichkeitsrechten zur Voraussetzung für den Einsatz von Körperscannern. Das Recht auf Gesundheit und Schutz der Intimsphäre müsse gewährleistet sein, sagte Schaar der «Süddeutschen Zeitung» (Montag).

Auf Einladung des Bundesinnenministerium würden Fachleute Bundesinnenministeriums das Gerät noch vor Beginn des Tests prüfen. Schaar forderte, dass körperliche Behinderungen und Krankheiten von Flugpassagieren wie Inkontinenz-Leiden den Geräten verborgen bleiben müssten. Auch dürften Passagiere, die sich in Hamburg gegen eine Scanner-Kontrolle entschieden, nicht intensiver vom Personal überprüft werden als bislang üblich.

Stand: 09.08.2010 - 11:59 AM Uhr

Quelle: dpa

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