Artikel vom 26.12.2009 0
Anschlag auf Delta-A330 vereitelt
Diskussionen um Sicherheitsmaßnahmen
© dpa
Delta Airbus A330 in Detroit
Nach einem vereitelten Terroranschlag auf ein Passagierflugzeug hat die US-Regierung in Washington die Sicherheitsbestimmungen verschärft. Ein Attentäter aus Nigeria hatte am Freitag an Bord eines aus Amsterdam kommenden Airbus A330-300 der Delta Air Lines versucht, einen Sprengsatz zu zünden. Rund 20 Minuten vor der Landung in Detroit versuchte der Mann nach Zeugenaussagen, einen Sprengsatz zu zünden.
Vor dem Anschlag hatte sich der Attentäter 20 Minuten auf der Bordtoilette aufgehalten, teilte das US-Justizministerium unter Berufung auf Zeugen mit. Nach der Rückkehr zu seinem Sitzplatz habe er eine Decke über sich ausgebreitet, daraufhin hätten Mitreisende Knallgeräusche wie von Feuerwerkskrachern gehört. Die Hosenbeine des Mannes und die Innenwand des Flugzeuges hätten Feuer gefangen. Passagiere und die Crew konnten den Mann aber überwältigten und die Flammen löschen.
Der Zwischenfall ereignete sich kurz vor Mittag Ortszeit (18.00 Uhr MEZ) an Bord der mit 278 Passagieren besetzten Maschine, die unter der Northwest-Flugnummer NW-253 unterwegs war. Zunächst hatte es über mehrere Stunden geheißen, der Nigerianer habe auf dem Flug lediglich Feuerwerkskörper gezündet.
Der Zwischenfall erinnert an den Fall des britischen "Schuh-Bombers" Richard Reid. Dieser hatte kurz vor Weihnachten 2001 auf einem US-Flug von Paris nach Miami versucht, in seinen Schuhen versteckten Sprengstoff zu zünden. Seit dem Vorfall müssen Passagiere bei Kontrollen an US-Airports und vor Flügen in die USA ihre Schuhe ausziehen. Später wurde auch die Menge der Flüssigkeiten begrenzt, die Fluggäste mit an Bord nehmen können.
Diskussionen um Sicherheitsmaßnahmen
Die US-Heimatschutzministerium hat nach dem vereitelten Anschlag nun ersteinmal die Kontrollen für alle Flüge verschärft. Die Maßnahmen gelten "unverzüglich" sowohl für Inlands- als auch für internationale Flüge. Napolitano rief die Fluggäste auf, mehr Zeit für das Check-In an den Flughäfen einzuplanen.
Erst im Oktober hatte die US-Behörde für Verkehrssicherheit (TSA) angekündigt, bald wieder größere Mengen Flüssigkeiten im Handgepäck erlauben zu wollen. In Europa werden die Flüssigkeits-Regelungen kontovers diskutiert.
Auch die EU-Kommission will nun erneut überprüfen, ob alle Sicherheitsregeln eingehalten wurden. «Ich bin entsetzt über die versuchte Terrorattacke», erklärte EU-Innen- und Justizkommissar Jacques Barrot in einer am Samstag in Brüssel verbreiteten Mitteilung. Die EU-Behörde sei mit den verantwortlichen Stellen in den Niederlanden und in den USA in Kontakt. Der Vorfall zeige, dass man im Kampf gegen den Terrorismus wachsam bleiben müsse.
Niederländische Parlamentarier haben derweil eine lückenlose Aufklärung der Umstände gefordert. Das Justizministerium müsse erklären, wie der tatverdächtige Nigerianer am Airport Amsterdam Schiphol explosionsfähiges Material mit an Bord der Maschine der Delta Airlines bringen konnte.
Nach Angaben der niederländischen Anti-Terror-Behörde NCTB erfolgte am Flughafen Amsterdam-Schiphol eine Sicherheitskontrolle, die "nach ersten Ermittlungen den Vorschriften entsprechend durchgeführt wurde". Allerdings könne nicht ausgeschlossen werden, dass "potenziell gefährlich Gegenstände, die mit den heutigen Sicherheitstechnologien schwer zu finden sind", mit an Bord gebracht worden seien.
Der 23-jährige Nigerianer war von Lagos (Nigeria) aus mit KLM nach Amsterdam geflogen, wo er im Transit Anschluss an den Flug nach Detroit hatte. Er stammt angeblich aus der nigerianischen Oberschicht, studierte in Großbritannien und verfügte offenbar über ein gültiges Visum für die USA. Sein Name habe allem Anschein nicht auf der Flugverbots- Liste des US-Heimatschutzministeriums gestanden.
Stand: 26.12.2009 - 10:59 PM Uhr
Quelle: AFP, dpa
Anzeigen
Meistgelesen
- 1 Air Berlin wagt den Billigst-Tarif Neue Tarifstruktur
- 2 Lufthansa-A380 heißt «Berlin» Taufe in Tegel
- 3 A400M-Tests in Brandenburg beendet Testflüge verliefen «nicht nach Plan»
Anzeige

Wieder Charterflüge ab Lübeck