Artikel vom 30.01.2012 0

Airlines verklagen Fluglotsen

Schadenersatz wegen Streikandrohung

Wegen des Arbeitskampfs der Fluglotsen im vergangenen Sommer wollen drei Fluglinien die federführende Gewerkschaft verklagen. Lufthansa, Air Berlin und Ryanair wollen von der Gewerkschaft der Flugsicherung 3,2 Millionen Euro Schadenersatz einklagen, da allein wegen der Streikdrohung massenhaft Buchungen storniert worden seien.

Kontrollzentrum der Flugsicherung in Langen - © © dpa - Marius Becker

Kontrollzentrum der Flugsicherung in Langen

Wegen der Streikdrohungen der Fluglotsen im vergangenen Sommer verklagen drei große Fluggesellschaften die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) auf 3,2 Millionen Euro Schadensersatz. Lufthansa, Air Berlin und Ryanair verweisen auf Schäden, die der Arbeitskampf angeblich verursacht habe, berichtete die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» (FAS).

Die Lotsen hatten letztlich gar nicht gestreikt. Allein wegen der Streikdrohung hätten die Fluggäste massenhaft ihre Buchungen storniert, heißt es laut «FAS» in der Klageschrift. Die Arbeitskampftaktik der Lotsen, die zudem rechtswidrige Ziele verfolgt hätten, sei «wirtschaftlich gezielt» gegen die Fluggesellschaften gerichtet gewesen und habe wie eine «partielle Betriebsblockade» gewirkt.

Die GdF sieht der Schadensersatzklage derweil nach eigenen Angaben gelassen entgegen. "Wir haben gehandelt wie jede andere Gewerkschaft auch. Unser Vorgehen ist durch das Grundgesetz geschützt", sagte Tarifvorstand Markus Siebers am Montag in Frankfurt. Im Übrigen hätte die DFS schon zu einem weit früheren Zeitpunkt die Schlichtung auslösen können, während der keine Streiks möglich gewesen wären. "Mit ihrem Verhalten hat die DFS diesen unsicheren Zustand geradezu provoziert."

Der Ausstand war jeweils wenige Stunden vor Beginn gestoppt worden, einmal durch die Gewerkschaft selbst und einmal durch den Arbeitgeber Deutsche Flugsicherung (DFS), der den Schlichter anrief. Der Tarifkonflikt war letztlich mit einer Schlichtung beendet worden. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Spiegel» fordert allein die Lufthansa knapp 1,7 Millionen Euro von der Lotsengewerkschaft, unter anderem als Ausgleich für Stornierungen und Umbuchungen von Kunden, Verspätungen oder erhöhte Personal- und Treibstoffkosten. Air Berlin mache mehr als 1,5 Millionen Euro geltend, der Billiganbieter Ryanair rund 44.000 Euro.

Lufthansa bestätigte die Klage. «Wir haben sie schon Ende letzten Jahres eingereicht», sagte Sprecherin Claudia Lange der Nachrichtenagentur dpa. Zur Höhe des geforderten Schadensersatzes machte sie allerdings keine Angaben. Lufthansa sei in dem Tarifstreit unbeteiligte Dritte gewesen, habe aber große Schäden erlitten.

Stand: 30.01.2012 - 5:14 PM Uhr

Quelle: dpa, AFP

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