Beruf & Karriere

Qualifikation und Mobilität sind die Schlüssel zum Erfolg

09.05.2017 - 16:00 0 Kommentare

Mit der richtigen Qualifikation gibt es durchaus gute Chancen, in der Luftfahrt Fuß fassen zu können. Welche Möglichkeiten sich Quereinsteigern bieten, ist eine der Fragen in unserer heutigen "Beruf & Karriere"-Rubrik.

Hinterholmkontrolle an einem Flugzeug

Hinterholmkontrolle an einem Flugzeug
© Lufthansa Technik

Wartungshangar der Lufthansa Bombardier Aviation Services

Wartungshangar der Lufthansa Bombardier Aviation Services
© Lufthansa Technik - G. Schläger

Wartung eines CF34-Triebwerks

Wartung eines CF34-Triebwerks
© Lufthansa Technik

Sichtkontrolle an einem CF6-80-Triebwerk bei der Lufthansa Technik

Sichtkontrolle an einem CF6-80-Triebwerk bei der Lufthansa Technik
© Lufthansa Technik AG - Gregor Schl

BDL-Infografik: Beschäftigte in der Luftfahrt.

BDL-Infografik: Beschäftigte in der Luftfahrt.
© BDL

So vielfältig wie die Jobangebote in der Luftfahrt sind, so verschieden sind auch die Möglichkeiten, in der Branche Fuß zu fassen. Neben der klassischen Erstausbildung bei einer Fluggesellschaft, einem Flughafen oder einem Dienstleister kommen dafür unter anderem auch der Quereinstieg über Umschulungen und Fortbildung oder die Tätigkeit für ein Zeitarbeitsunternehmen in Frage. Die richtige Qualifikation und Mobilität sind die Schlüssel zum Erfolg, die Nachfrage ist jedenfalls da.

So ist die Zahl der Mitarbeiter in der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen. Lag deren Anzahl 2011 noch bei 97.400 Beschäftigten, waren es den aktuellsten Zahlen zufolge 2015 bereits 106.800. Das geht aus einer Statistik des Bundesverbandes der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) hervor. Über 70 Prozent der Mitarbeiter sind in der zivilen Luftfahrt tätig. Danach folgen die Bereiche militärische Luftfahrt mit 22 Prozent sowie die Raumfahrt (acht Prozent).

Entwicklung der Beschäftigungszahlen in der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie im Fünf-Jahres-Vergleich. Foto: © Grafik: BDLI

Prognosen legen den Schluss nahe, dass die Nachfrage nach Luftfahrzeugen und damit das Branchenwachstum weiter anhalten wird, heißt es beispielsweise beim Branchendienstleiters ARTS (Aircraft Related Technical Services). Auch Trainico, Anbieter für die Aus- und Weiterbildung in der Luftfahrt, bestätigt diesen Trend mit dem Verweis auf Schätzungen von Boeing und Airbus, nach denen zukünftig allein in Europa zwischen 20.000 und 30.000 Fachkräfte allein in der Luftfahrttechnik nachgefragt werden.

Dies betrifft alle Qualifikationsstufen. Angefangen von Strukturmechanikern, die für den Umbau von Passagier- zu Frachtmaschinen benötigt werden, bis hin zu freigabeberechtigtem Personal mit entsprechender CAT-Lizenz und Musterausbildung in der Fluggerätmechanik oder Fluggerätelektronik. Gerade in letztgenanntem Bereich hat die Branche enormen Aufholbedarf.

"Nach unserer Einschätzung wird sowohl in der Luftfahrttechnik als auch bei der Flugzeug- und Fluggastabfertigung dringend zusätzliches Personal benötigt", sagt Ralf Kendzia, geschäftsführender Gesellschafter von Trainico. Ein Grund hierfür sind nicht zuletzt die konstanten Passagierzuwächse. Auch die Zahlen bei Cargo und Fracht zeigen im Langzeitvergleich einen konstanten Aufwärtstrend. Entsprechend werden Logistik- und Frachtspezialisten, wie sie beispielsweise über die Umschulung zum Luftverkehrskaufmann bei Trainico ausgebildet werden, gebraucht.

Bewerber mit Spezialkenntnissen gefragt

Der Personaldienstleister Stegmann Aircraft Maintenance spricht ebenfalls davon, dass gut ausgebildete Mitarbeiter wie beispielsweise Fluggerätmechaniker mit den entsprechenden Qualifikationen in der Branche besonders nachgefragt werden. Laut ARTS sind aber auch Wirtschaftswissenschaftler oder kaufmännische Fachkräfte mit weitreichenden technischen Kenntnissen in der Luft- und Raumfahrt sehr gefragt. Dabei konzentriere sich die Nachfrage meist auf die wichtigsten Luftfahrtregionen.

Zwar kann sich das im brandenburgischen Wildau beheimatete Unternehmen Trainico über mangelndes Interesse luftfahrtbegeisterter Bewerber nicht beklagen. Doch wären noch mehr Interessierte gut, um jede Vakanz mit dem genau passenden Mitarbeiter besetzen zu können. Schließlich gibt es Positionen, die sehr hohe Anforderungen beinhalten und mitunter Spezialkenntnisse besonders im technischen Bereich erfordern, die nur sehr wenige Kandidaten haben. Je komplexer die zu bewältigenden Aufgaben sind, desto schwieriger sei es, diese Fachkräfte zu finden.

Umschulung ist ein Weg zum neuen Job

Schulabgänger, mit einem mittleren Schulabschluss, können regulär über eine Erstausbildung in die Luftfahrt einsteigen. Trainico bietet bundesweit jährlich etwa zehn Auszubildenden die Chance, die Berufe Fluggerätemechaniker oder -elektroniker zu erlernen. Doch auch Quereinsteiger haben gute Chancen über eine Umschulung oder Fortbildung in die Branche einzusteigen.

Dabei sind Umschüler nach der Einschätzung von Trainico nicht im Nachteil gegenüber jemandem, der eine Erstausbildung absolviert hat. "Eine Fortbildung greift einen bestimmten Tätigkeitsbereich vertiefend auf und gibt die Möglichkeit schnell in die Berufspraxis einzusteigen", so Kendzia. Etwa 90 Prozent der Teilnehmer fänden nach dem erfolgreichen Abschluss einen Job. "Unser Fokus liegt auf Branchenspezifikation, Praxisnähe und Flexibilität. Wir bilden nah an den Bedürfnissen des Marktes aus und holen uns dazu regelmäßig das Feedback unserer Kooperationsunternehmen ein."

Auch ein Personaldienstleister kann beim Einstieg helfen

Chancen für Berufs- aber auch Quereinsteiger bieten sich auch über einen Personaldienstleister. Zum einen würden viele Unternehmen die Möglichkeit nutzen, über Zeitarbeit neue Mitarbeiter kennenzulernen, heißt bei der Firma Stegmann Aircraft Maintenance. Daraus würden sich sehr gute Übernahmechancen ergeben. Weiterer Vorteil für die Beschäftigten: Läuft ein Job aus, werden Folgeaufträge vermittelt.

Schließlich wolle das Unternehmen seine Mitarbeiter halten. Und da auch Qualifizierungen begleitet werden, bieten sich Seiteneinsteigern gute Möglichkeiten. Wer eine abgeschlossene Ausbildung im Bereich der Metallverarbeitung, Elektrik oder Elektrotechnik verweisen kann, kann sich beispielsweise zum Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme umschulen lassen.

Mehr zum Thema:

Von: airliners.de
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus

Mehr Nachrichten »
Anzeige schalten
Mehr Fluggerätmechaniker Jobs Mehr Stellenangebote »
Anzeige schalten »