Golf-Carrier Qatar will in Italien angreifen

22.02.2018 - 15:33 0 Kommentare

Mit Air Italy startet ein neuer Player am italienischen Himmel. Nach Plänen von Anteilseigner Qatar soll die Airline zur Nummer eins in Italien werden. Auch beim Alitalia-Verkauf gibt es neue Bewegung.

Eine Boeing 737 MAX im Design der neuen italienischen Airline.  - © © Air Italy -

Eine Boeing 737 MAX im Design der neuen italienischen Airline. © Air Italy

Aus Meridiana wird Air Italy: Qatar-Airways-Chef Akbar Al Baker hat angekündigt, seine Beteiligung unter neuem Namen zur neuen Nummer eins in Italien machen zu wollen. Aus der bislang auf Charter- und Linienflüge spezialisierten Meridiana solle nun eine Premium-Gesellschaft werden.

Die Strategie der Eigentümer Qatar Airways (49 Prozent) und Alisarda Holding (51 Prozent) sieht vor, dass sich die neue Airline als Alternative zu den im italienischen Markt sehr präsenten Low-Cost-Carriern positioniert. Air Italy werde dazu im Codeshare mit Qatar Airways fliegen und Partner der Allianz "Oneworld" werden.

Aktuell ist Meridiana mit Sitz in Olbia auf Sardinien die achtgrößte Airline im italienischen Markt:

Der italienische Markt
Angaben in Prozent
Ryanair 23.4
Alitalia 20.3
Easyjet 10.8
Vueling 3.9
Lufthansa 3.0
Volotea 2.9
Wizz Air 2.5
Meridiana 2.4
British Airways 2.1
Übrige Airlines 28.7

Die Grafik zeigt die Verteilung der angebotenen Sitzplatzkapazitäten von Airlines ab italienischen Airports im Sommerflugplan vom 25. März bis zum 27. Oktober 2018. Quelle: ch-aviation

Die Fluggesellschaft will aber auch selbst eine Vielzahl an Interkontinental-Verbindungen anbieten. Dabei soll der Flughafen Mailand-Malpensa als neuer Hub eine Hauptrolle spielen. Schon für das laufende Jahr plant man Strecken nach Bangkok, New York und Miami. Aber auch von anderen italienischen Airports aus sollen Langstreckenflüge angeboten werden.

Flotte wird modernisiert

Meridiana-Chef Francesco Violante sagte, bis 2022 wolle Air Italy jährlich zehn Millionen Passagiere befördern. Dazu werde die Flotte in den kommenden fünf Jahren auf 50 Maschinen wachsen.

Aktuell betreibt die Airline eine reine Boeing-Flotte mit 13 Maschinen - acht Flugzeuge der 737-Familie, vier 767 und eine 777. Welche Maschinen der bisherigen Flotte auch zukünftig für Air Italy abheben werden, konnte eine Sprecherin gegenüber airliners.de nicht sagen.

Sicher ist indes, dass die neue Fluggesellschaft ab April die ersten 737 Max 8 einflotten kann. Außerdem wird die Airline noch in diesem Jahr fünf Airbus-Langstreckenjets des Typs A330-200 aus den Beständen der Qatar im Wet-Lease erhalten. Diese sollen allerdings ab 2019 nach und nach durch "Dreamliner" (Boeing 787) ersetzt werden.

Neue Gespräche für Alitalia-Kauf

Die Umbenennung der 1963 gegründeten Airline trifft den italienischen Markt zu einem spannenden Zeitpunkt. Denn durch die Insolvenz und mögliche Zerschlagung des ehemaligen Staatscarriers Alitalia können sich die Karten am italienischen Himmel neu mischen.

Dass Alitalia noch vor den Parlamentswahlen Anfang März in einem Stück verkauft wird, sei nahezu ausgeschlossen, so Beobachter. Vielmehr könnte es - wann auch immer - zu einer Zerschlagung der Pleite-Airline kommen: Denn die eingereichten Angebote wiesen darauf hin, dass Alitalia keinen Komplettkäufer finden werde, berichten italienische Medien.

Maxi-Allianz bringt sich in Stellung

Zuletzt war der Lufthansa-Konzern als aussichtsreichster Bieter für Teile der insolventen Airline gehandelt worden. Doch die Forderung, Alitalia müsse restrukturiert werden, missfiel den italienischen Sonderverwaltern. Auch wetterten Gewerkschaften gegen den anvisierten Stellenabbau im Kranich-Konzept. Weswegen Lufthansa auf Distanz ging.

Danach begann die Suche nach Interessenten bei Alitalia erneut. Laut italienischen Medienberichten bringe sich derzeit eine Maxi-Allianz aus vier Kandidaten - Air France/KLM, Easyjet, Delta Air Lines und dem amerikanischen Investmentfonds Cerberus - in Stellung. Nach einem Bericht von Reuters, soll es an diesem Donnerstag ein Treffen zwischen Cerberus und Air France/KLM mit den italienischen Sonderverwaltern in einer römischen Anwaltskanzlei gegeben haben.

Air France/KLM dementierte erst Mitte Januar, Interesse an einem Kauf von Alitalia zu haben. Auch Übernahmepläne zusammen mit dem britischen Low-Cost-Carrier wurden kolportiert. In den vergangenen Wochen hat Air France angekündigt, nach einer Lösung zu suchen, mit der Alitalia die Sky-Allianz nicht verlassen muss.

Von: br
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Niki Lauda. Lauda Motion und Condor trennen sich endgültig

    Lauda Motion und Condor beenden Ende April ihre Kooperation. Beim Vertrieb setzt Nikis Laudas Airline offenbar ganz auf den neuen Anteilseigner Ryanair - er stellt auch Flugzeuge und Crews in Berlin und Düsseldorf zur Verfügung.

    Vom 09.04.2018
  • Eine Maschine der LOT Polish Airlines landet in Berlin-Tegel. LOT baut Deutschland-Geschäft deutlich aus

    Mit neuen Routen und mehr Frequenzen erweitert LOT Polish Airlines das Deutschland-Angebot massiv. Dabei gewinnt der Umsteigeverkehr über Warschau an Bedeutung - immer mehr auch Richtung Asien. Denn die Airline stellt sich neu auf.

    Vom 07.05.2018
  • Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG. Spohr äußert sich zur Eurowings-Strategie

    Nach dem Ende der Air Berlin setzt Eurowings auf schnelles Wachstum - dies führt zu höheren Kosten, so Lufthansa-Chef Spohr. Bei den Kosten habe man ein ganz klares Vorbild.

    Vom 18.05.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus

Mehr Nachrichten »
Anzeige schalten
Mehr Stellenangebote »
Anzeige schalten »