Übergabe in Toulouse

Qantas übernimmt ihren ersten A380

19.09.2008 - 23:25 0 Kommentare

Die australische Fluggesellschaft Qantas hat am Abend im Rahmen einer Zeremonie in Toulouse ihren ersten Airbus A380 übernommen. Die Airline ließ ihr neues Flaggschiff mit nur 450 Sitzplätzen in vier Klassen ausstatten. Der Qantas A380-Liniendienst wird am 20. Oktober mit dem ersten Flug von Melbourne nach Los Angeles und am 24. Oktober mit dem ersten Flug von Sydney nach Los Angeles aufgenommen. Später wird die Airline den A380 auch nach Singapur und London einsetzen.

Der erste Qantas A380 steht im Auslieferungszentrum in Toulouse. - © © Airbus -

Der erste Qantas A380 steht im Auslieferungszentrum in Toulouse. © Airbus

Qantas hat in Toulouse den ersten von 20 bestellten Airbus-Großraumjets des Typs A380 übernommen. Qantas Chief Executive Officer Geoff Dixon und der designierte neue Qantas-CEO Alan Joyce nahmen das mit Rolls-Royce-Triebwerken ausgerüstete Flugzeug von Airbus President und CEO Tom Enders und Airbus Chief Operating Officer Customers John Leahy entgegen. „Die neue Qantas A380 wird das Erlebnis der Langstreckenflüge neu definieren und den Passagieren ein neues Maß an Komfort, Raum, Innovation und Design bieten“, sagte Qantas Executive General Manager John Borghetti.

Qantas ist mit 20 Festbestellungen (plus vier Optionen) zweitgrößter A380-Kunde und war im Jahre 2000 ein Launch Customer für das größte Verkehrsflugzeug der Welt. Mit der Order über 12 A380 im November 2000 gab die Airline zudem erstmals in ihrer Geschichte Flugzeuge bei Airbus in Auftrag. Später stockte Qantas die Bestellung auf 20 A380 auf.

Am Tage der Übergabe der ersten Qantas- A380 sagte Konzernchef Geoff Dixon am Freitag in Toulouse, er erwäge, weitere Maschinen nachzubestellen. Die Fluggesellschaft müsse Kosten senken und die A380 sei das Flugzeug der Zukunft. Mit der A380 wurde der traditionelle Boeing-Kunde Qantas auch ein Airbus- Kunde. Die Fluggesellschaft erwägt jetzt auch den Kauf des künftigen Airbus-Langstreckenjets A350.

Qantas hat für die ersten Maschinen Ihrer A380-Flotte bei Rolls-Royce Trent-900-Triebwerke im Werte von 575 Millionen Dollar (rund 400 Millionen Euro) bestellt. Damit sollen acht weitere Airbus A380 ausgerüstet werden, teilte der britische Triebwerkhersteller am Freitag in Toulouse mit. Die Trent-900-Antriebe wurden bislang wurden von zehn der 13 A380- Kunden gewählt.

© Qantas Qantas fliegt mit einer Selbstbedienungs-Bar in der Economy-Class, Foto: © Qantas Sitzplatz-Angebot im A380

Die drei Erstkunden Singapore Airlines, Emirates und Qantas setzen beim A380 auf viel Platz. Dennoch gibt es Unterschiede beim Kabinenlayout:

  • Singapore Airlines: 471 Plätze
  • Emirates: 489 Plätze
  • Qantas: 450 Plätze
    • 14 First Class
    • 72 Business Class
    • 32 Premium Economy
    • 332 Economy
    • Fotostrecke...
Qantas: "Internationales Flugerlebnis" mit nur 450 Sitzen

Wie auch schon die ersten A380-Kunden Singapore Airlines und Emirates hat Qantas keine Kosten gescheut, um ihren Passagieren auf Langstrecken Luxus und Raum bieten zu können. Die für 555 Passagiere in drei Klassen konzipierte A380 hat in der Qantas-Version nur 450 Sitze in vier Klassen: 14 in der "First Class", 72 in der "Business Class", 32 in der "Premium Economy" und 332 in der "Economy Class". Damit fliegt die australische Airline im Moment die A380-Konfiguration mit der geringsten Sitzplatzanzahl. (s. Kasten rechts) Man habe ein "internationales Flugerlebnis" geschaffen, sagte Borghetti bei der Vorstellung des Innendesigns der Maschine.

Qantas hat die Inneneinrichtung für ihre A380 von dem Stardesigner Marc Newson gestalten lassen. Fünf Jahre lang arbeitete der in Europa lebende Australier daran. Das Ergebnis: Bei Qantas ist auch die Economy-Klasse für 332 Passagiere keine «Holzklasse» mehr. Es gibt zwar keine Liegesessel, aber Sitze aus Kohlefaser mit viel Beinfreiheit und einem eingebauten Touchscreen für Videofilme und andere Unterhaltung. Es gibt sogar eine Selbstbedienungs-Theke für Snacks und Getränke.

Zudem bietet eine neuen "Premium Economy"-Klasse breitere Sitze und mehr Beinfreiheit auf den langen Strecken Richtung Australien. Die Business-Class ist dagegen dem neuen flachen "Skybed" ausgerüstet und Qantas setzt im A380 ebenso wie bereits Singapore Airlines und Emirates zuvor für die First-Class-Passagiere auf Suiten - kleine Kabinen mit allem erdenklichen Luxus.

Der heute übergebene A380 wird vor seiner Ankunft in Australien einen Zwischenstopp in Singapur einlegen. Bei der Ankunft am 21. September werde die Maschine von 3.000 Qantas Angestellten und ihren Familienangehörigen offiziell in der Flotte willkommen geheißen. Qantas kündigte die Ankunft der Flugzeugs für 9 Uhr morgens in Sydney an. Der A380 soll vor der Landung auch über den Hafen von Sydney fliegen.

Zu Ihrem ersten kommerziellen Einsatz wird die Maschine dann am 20. Oktober 2008 von Melbourne nach Los Angeles abheben. Die Verbindung von Sydney nach Los Angeles soll am 24. Oktober 2008 starten.

Airbus: Keine neuen Verzögerungen

Die erste Maschine für Qantas wurde gegenüber dem ersten Zeitplan mit zwei Jahren und zwei Monaten Verspätung ausgeliefert. Die erste A380 überhaupt war vor einem Jahr an Singapore Airlines gegangen, die am Mittwoch ihre sechste Maschine erhielt. Airbus will in diesem Jahr insgesamt zwölf A380 abliefern; 2009 sollen es 24 sein. Trotz der Versicherung des Konzerns, das Ziel einzuhalten, wurde auch am Freitag wieder in Medien spekuliert, Airbus schaffe dieses Jahr nur acht bis zehn Maschinen.

Airbus hält dagegen an seinem Auslieferungsziel für die A380 fest und will in diesem Jahr zwölf Großraumflugzeuge ausliefern. Zuletzt hatte Airbus im Mai eingestanden, dass die Produktion nicht so schnell hoch gefahren kann wie zuvor gedacht. Probleme mit der Verkabelung hatten den industriellen Anlauf der Fertigung um zwei Jahre zurückgeworfen.

Weitere Informationen zum Thema:

Von: dpa, airliners.de
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