Nach Putschversuch: Airlines fliegen Türkei wieder nach Plan an

Deutsche Fluggesellschaften fliegen die Türkei wieder überwiegend nach Plan an. Zuvor hatte der Putschversuch des türkischen Militärs für stornierte Verbindungen auch bei Lufthansa, Air Berlin und Eurowings gesorgt.

Eine Frau blickt im Flughafen Frankfurt auf eine Anzeigetafel. - © © dpa - Nicolas Armer

Eine Frau blickt im Flughafen Frankfurt auf eine Anzeigetafel. © dpa /Nicolas Armer

Fluggesellschaften und Reiseveranstalter sind am vergangenen Sonntag nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei weitgehend wieder zur Normalität zurückgekehrt. In den touristischen Regionen am Mittelmeer, die zum Teil weit entfernt sind von Istanbul und Ankara, entschlossen sich nach Angaben von Reiseveranstaltern nur wenige Urlauber, nach Deutschland zurückzukehren.

Fluggesellschaften flogen am Sonntag die Türkei wieder überwiegend nach Plan an. "Wir kehren weitgehend zum normalen Flugbetrieb zurück", sagte ein Lufthansa-Sprecher. Nur jeweils ein Hin- und ein Rückflug zwischen Ankara und München sowie eine Verbindung Istanbul-Frankfurt seien am Sonntag gestrichen worden.

Airlines hatten Flüge gestrichen

Nach dem Putschversuch hatten mehrere Airlines am Samstag Flüge in die Türkei gestrichen, darunter Lufthansa, Eurowings und Air Berlin. Turkish Airlines teilte mit, die Fluglinie habe am Samstagnachmittag ihren normalen Flugverkehr wieder aufgenommen.

Die Urlaubsregionen des Landes wie Antalya, Izmir oder Dalaman dagegen wurden von zahlreichen Fluggesellschaften auch am Samstag planmäßig angeflogen, wie es hieß. So seien die ersten Flüge des zum Reisekonzern Thomas Cook gehörenden Ferienfliegers Condor am Samstagmorgen gestartet, sagte ein Thomas-Cook-Sprecher.

In der Nacht zum Samstag hatten Teile des türkischen Militärs versucht, die Macht im Land zu übernehmen. Dies war gescheitert. Bei dem Umsturzversuch wurden nach offiziellen Angaben mindestens 265 Menschen getötet, mehr als 1000 wurden verletzt.

Folgen des Putschversuchs für den Tourismus noch unklar

Unklar sind die mittel- und langfristen Auswirkungen auf das ohnehin schwierige Türkei-Geschäft der Reiseveranstalter. Angesichts von Anschlägen in der Türkei waren die Buchungszahlen aus dem deutschen Markt in der gesamten Reisebranche bereits eingebrochen.

© Thomas Cook, Lesen Sie auch: Terroranschläge belasten Sommergeschäft von Thomas Cook

In den türkischen Urlaubsregionen am Mittelmeer blieb die Lage am gesamten Wochenende ruhig. Das berichteten Sprecher von Tui und Thomas Cook, zu der auch die deutsche Airline Condor gehört, sowie DER Touristik. Ein Sprecher von Thomas Cook sprach am Sonntag von "Normalität" in den Badeorten.

Eine Sprecherin der DER Touristik sagte, nur ganz wenige Reisende hätten sich für eine Rückreise aus den Badeorten entschieden. Bei der Tui wurden rund 30 Rückreisewünsche geäußert - bei derzeit etwa 18.000 Tui-Gästen in der Türkei, wie die Sprecherin des weltgrößten Reisekonzerns, Anja Braun, in Hannover sagte. "Die Lage ist absolut ruhig. Wer hin will, kommt hin, wer zurück will, kommt zurück."

Bei Thomas Cook gingen die Anfragen an das Unternehmen zur Sicherheitslage in der Türkei am Sonntag spürbar zurück, wie der Sprecher sagte. Nur vereinzelt hätten Urlauber am Wochenende ihre Reisen in die Türkei abgesagt.

Von: ch, dpa, dpa-AFX

Datum: 18.07.2016 - 09:45

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