"Das ist staatlich geförderter Protektionismus"

19.06.2017 - 09:33 0 Kommentare

Eine Übernahme der Air Berlin durch die Lufthansa? Ryanairs CCO David O'Brien findet in einem Interview dazu deutliche Worte und äußert sich zu Wachstumsplänen des irischen Billigfliegers.

David O'Brien ist Chief Commercial Officer bei Ryanair. - © © dpa - Vegard Wivestad Grott

David O'Brien ist Chief Commercial Officer bei Ryanair. © dpa /Vegard Wivestad Grott

Ryanair würde eine Übernahme der angeschlagenen Air Berlin durch den Lufthansa-Konzern als Blockade-Aktion zum Aussperren anderer Wettbewerber beurteilen.  Sollte die Politik dies erlauben, wäre es "staatlich geförderter Protektionismus". Dies sagte Ryanair-CCO David O'Brien im Interview mit der "Welt"

Angesichts der immensen Verluste sollte die deutsche Air Berlin "vom Markt verschwinden und andere wären glücklich, an ihre Stelle zu treten". Air Berlin schreibt seit 2008 jährlich Verluste - nur 2012 verbuchte sie aufgrund eines Sondereffekts ein Plus.

Im vergangenen Jahr summierte sich das Minus auf rund 782 Millionen Euro. Im ersten Quartal dieses Jahres machte Air Berlin rein rechnerisch einen Tagesverlust von 3,3 Millionen Euro. 2018 will die Airline wieder einen Gewinn verbuchen. 

© AirTeamImages.com, Jan Severijns Lesen Sie auch: Ryanair will Berlin-Tegel anfliegen

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte öffentlich eine Übernahme der Air Berlin in Aussicht gestellt, sofern drei Bedingungen erfüllt sein: Großaktionär Etihad entschuldet seine Beteiligung Air Berlin, diese kommt auf ein "gesundes" Kostenniveau und die EU-Wettbewerbshüter geben ihr Okay. 

Lufthansa und Air Berlin arbeiten zusammen. Seit Februar heben 38 Air-Berlin-Flugzeuge im Wet-Lease für die Kranich-Billigplattform Eurowings ab. Die Kostenbasis von Eurowings habe sich seit dem verbessert, sagen Experten. Ryanair war damals beim Bundeskartellamt gegen den Air Berlin/Lufthansa-Deal vorgegangen.

© Air Berlin, Lesen Sie auch: Das bringt der Lufthansa eine Air-Berlin-Übernahme Analyse

Von: cs
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