Privat Air könnte wieder für Lufthansa fliegen

23.10.2018 - 16:42 0 Kommentare

Die Schweizer Privat Air befindet sich in Turbulenzen: Ein Konkursverfahren wurde eingeleitet, zuvor schon stellte Lufthansa die Kooperation ein. Doch nun sieht sich der Wet-Lease-Partner wieder voll betriebsbereit.

Boeing 737 der Privatair  - © © AirTeamImages.com -

Boeing 737 der Privatair © AirTeamImages.com

Die Fluggesellschaft Privat Air könnte künftig wieder im Wet-Lease Linienflüge für Lufthansa durchführen. Laut aktuellen Flugplandaten scheint die Sache bereits klar: Ab 1. Februar 2019 wird demnach auf den Flügen von Frankfurt ins indische Pune die Boeing 737 der Schweizer Airline eingesetzt.

Die Lufthansa wollte den Termin jedoch nicht bestätigen. Der Eintrag im Flugplan sei eher als "Platzhalter" anzusehen, erklärte ein Sprecher auf Anfrage von airliners.de. Man prüfe zwar verschiedene Optionen, die Zusammenarbeit mit Privat Air "baldmöglichst" wieder aufzunehmen. Bis auf weiteres werde Lufthansa die Flüge aber selbst durchführen.

Kooperation Ende Juni eingestellt

Lufthansa hatte die Kooperation mit dem Wet-Lease-Partner Ende Juni ausgesetzt und die Pune-Flüge zunächst eingestellt. Zum Winterflugplan will der Kranich die Verbindung mit einer eigenen Maschine vom Typ A319 wieder aufnehmen - mit Tankstopp in Baku. Dies sei jedoch nur eine "Interimslösung", bis eine endgültige Entscheidung über die künftige Zusammenarbeit mit Privat Air gefallen sei.

Die Einstellung der Privat-Air-Flüge im Sommer begründete Lufthansa mit "operationellen und kommerziellen Gründen". Privat Air selbst spricht von "Fehlern im operativen Management", durch die mehrere Flugzeuge am Boden bleiben mussten.

"Die Probleme wurden erkannt und gelöst", sagte Thomas Limberger, Aufsichtsratspräsident der Airline, jetzt im Interview mit dem Portal "Aerotelegraph". "Privatair ist nun ohne Einschränkung wieder in der Lage, für Lufthansa zu fliegen."

Konkursverfahren wegen unbezahlter Rechnung

Für zusätzliche Probleme sorgten seit September juristische Probleme: Gegen Privatair wurde am 24. September vom Genfer Zivilgericht der Konkurs eröffnet, die Gesellschaft für aufgelöst erklärt.

Die Airline erklärte jedoch gegenüber dem Branchenportal "ch-Aviation", sie sei nicht bankrott und führe den Betrieb regulär weiter. Das Konkursverfahren sei auf einen "administrativen Fehler" zurückzuführen und durch eine unbezahlte Catering-Rechnung in geringer Höhe ausgelöst worden, so die Stellungnahme.

Restrukturierung seit 2016

Privat Air wurde vor zwei Jahren von dem Finanzinvestor Silver Arrow Capital zu 51 Prozent übernommen. Die Airline habe zuvor mehrere Jahre lang Verluste eingeflogen, sagte Silver-Arrow-Chef Limberger, mittlerweile sei sie aber besser aufgestellt. "Wir befinden uns mit der Restrukturierung auf dem richtigen Weg. Ein unternehmerisches Risiko besteht jedoch weiterhin."

Die Flotte in Deutschland umfasst laut ch-Aviation.com drei A319, zwei Boeing 737 und einen Embraer-Jet für Business-Flüge. Zuletzt flog Privat Air unter anderem im Wet-Lease für British Airways und Saudia. Für Lufthansa war sie in früheren Jahren auch nach New York/Newark und Nairobi unterwegs. In der Schweiz betreibt die Airline nur noch drei Business-Jets.

Von: pra
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