Primera Air greift Lufthansa im Nordamerika-Verkehr an

06.09.2018 - 13:09 0 Kommentare

Primera Air will mit neuen Mittelstrecken-Jets europaweit den Transatlantikverkehr aufrollen: In Frankfurt starten die Skandinavier 2019 mit drei Maschinen an die US-Ostküste - im Wettbewerb mit Lufthansa.

Eine A321neo der Primera Air. - © © AirTeamImages.com - Adam Tetzlaff

Eine A321neo der Primera Air. © AirTeamImages.com /Adam Tetzlaff

Die Airline-Gruppe Primera Air will mit ihren Transatlantikflügen offenbar nicht nur Nischenmärkte besetzen: Im kommenden Jahr stationiert sie drei neue Flugzeuge am Frankfurter Flughafen. Dort begibt sie sich in direkte Konkurrenz zur Lufthansa und ihren Joint-Venture Partnern United und Air Canada.

Die dänische Gesellschaft Primera Air Scandinavia wird zum Sommer drei Maschinen vom Typ Boeing 737 MAX 9 in Frankfurt stationieren, wie ein Sprecher airliners.de mitteilte. Der Betrieb sei nicht nur für den Sommer vorgesehen. "Wir haben langfristige Pläne für Frankfurt und den deutschen Markt, deshalb planen wir, die Flüge das ganze Jahr über zu betreiben", so der Sprecher.

Flüge nach Newark, Boston, Toronto und Montreal

Ab 16. Juni wird Primera täglich nach New-York-Newark starten, es folgen bis Mitte Juli vier Flüge pro Woche nach Boston, drei nach Montreal und eine tägliche Verbindung nach Toronto. Insgesamt startet der Newcomer damit 21 Mal pro Woche von Frankfurt aus über den Atlantik.

Dabei begibt sich die Airline in einen harten Wettbewerb. Insgesamt gibt es derzeit am Frankfurter Flughafen pro Woche 371 Passagierflüge Richtung Nordamerika. Davon gehen knapp 76 Prozent auf das Konto des Lufthansa-Joint-Ventures.

Abflüge nach Nordamerika in Frankfurt
0
Lufthansa 183
United Airlines 56
Air Canada 42
Condor 41
American Airlines 21
Delta Air Lines 21
Singapore Airlines 7

Abflüge in die Vereinigten Staaten und nach Kanada in der Woche vom 10. bis 16. September. Quelle: ch-aviation

Erst seit vier Monaten im Langstreckengeschäft

Primera Air ist ein Newcomer im Transatlantik-Verkehr: Die Gruppe aus Primera Air Scandinavia und der lettischen Schwester Primera Air Nordic wurde ursprünglich als touristischer Charter-Carrier gegründet. Den Langstreckenverkehr nahm sie erst im April auf und stationierte dafür drei A321neo in London-Stansted und zwei in Paris CDG. Auch für Birmingham waren Langstrecken angekündigt, doch wegen Lieferschwierigkeiten bei Airbus mussten sie auf 2019 vertagt werden.

Für das kommende Jahr hat Primera auch bereits Langstreckenbasen in Berlin-Tegel und Brüssel angekündigt. Dann bekommt die Airline ihre ersten Boeing 737 MAX 9 mit erhöhter Reichweite. Je zwei davon sind an den beiden Flughäfen eingeplant, drei in Frankfurt.

© AirTeam Images, Artyom Anikeev Lesen Sie auch: Billigflieger drängen auf die Langstrecke Ausblick

Ermöglicht wird der Einstieg von Primera ins Langstreckengeschäft durch die neue Generation von Mittelstreckenjets mit erhöhter Reichweite: Die A321neo hat nach Airbus-Angaben bis zu 4000 nautischen Meilen (rund 7400 Kilometer) fliegen. Die Boeing 737 MAX 9 ER bekommt durch zusätzliche Tanks eine ähnliche Reichweite.

Auch Billigflieger Norwegian setzt die Neo- und Max-Maschinen bereits für Ostküstenverbindungen ab Großbritannien und Irland ein. Primera bringt das Low-Cost-Prinzip für Nordamerika-Flüge nun erstmals nach Deutschland.

Insgesamt hat Primera 18 der Boeing-Jets fest bestellt, auf zwei weitere bestehen Optionen. Von den Airbus-Neos wurden acht geordert. Da bislang nur die Hälfte dieser Jets an den bestehenden oder angekündigten Transatlantik-Basen eingeplant ist, besteht also noch Potenzial für eine weitere Expansion.

Von: pra
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