Airport-Teilräumung in Frankfurt: Fraport spricht von "individuellem Fehler"

02.09.2016 - 18:53 0 Kommentare

Laut Fraport hat ein "individueller Fehler" bei der Sicherheitskontrolle zu der teilweisen Räumung eines Terminals am Flughafen Frankfurt geführt. Von einer Polizei-Gewerkschaft kommt derweil Kritik.

Nachdem sie per Durchsage zur Räumung der Halle A aufgefordert wurden, strömen tausende Passagiere am 31. August 2016 aus dem Terminal 1 des Flughafens in Frankfurt  - © © dpa - Boris Roessler

Nachdem sie per Durchsage zur Räumung der Halle A aufgefordert wurden, strömen tausende Passagiere am 31. August 2016 aus dem Terminal 1 des Flughafens in Frankfurt © dpa /Boris Roessler

Für die teilweise Räumung eines Terminals am Flughafen Frankfurt am Mittwoch ist nach Angaben des Betreibers Fraport das Fehlverhalten eines Beschäftigten einer Tochterfirma verantwortlich. Die Bundespolizei hat bei der Sicherheitsfirma Maßnahmen veranlasst, die "das Restrisiko von individuellen menschlichen Fehlern" minimieren sollen, teilte ein Sprecher jetzt mit.

In einer Fraport-Mitteilung hieß es, der Flughafenbetreiber und das Tochterunternehmen FraSec stünden "in engem Kontakt mit den Behörden, um den Sachverhalt gemeinschaftlich aufzuarbeiten". Noch immer wird untersucht, wie eine 25-jährige Irakerin, die mit zwei kleinen Kindern reiste, in den Sicherheitsbereich des Flughafens gelangen konnte, obwohl ihre Kontrolle noch nicht abgeschlossen war.

Frau glaubte, Kontrolle sei vorbei

Bei der Kontrolle des Handgepäcks der in die USA reisenden Frau gab es einen Hinweis auf Sprengstoffspuren - ein Fehlalarm, wie sich später herausstellte. In derartigen Fällen muss die Bundespolizei sofort zur Kontrolle hinzugezogen werden. Doch als die Beamten eintrafen, war die Frau weg: Sie glaubte, die Kontrolle sei bereits beendet.

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Flughalle A am Frankfurter Flughafen vorübergehend geräumt

Da nicht bekannt war, was die Frau möglicherweise bei sich hatte, wurde das Terminal teilweise geräumt, alle Passagiere mussten sich einer erneuten Kontrolle unterziehen. Zahlreiche Flüge wurden gestrichen, tausende Passagiere mussten Verspätungen in Kauf nehmen oder verpassten ihre Anschlüsse.

Polizei-Gewerkschaft fordert Überarbeitung der Kontrollen

Auch wenn ein Terrorismus-Verdacht gegen die Irakerin mittlerweile ausgeschlossen wird: "Die Sicherheit unserer Gäste steht am Flughafen Frankfurt an oberster Stelle", betonte Fraport-Vorstandsmitglied Anke Giesen.

Nach dem Vorfall hält die Gewerkschaft der Polizei (GdP) eine Überarbeitung der Flughafenkontrollen für notwendig. Der Überblick drohe verloren zu gehen, kritisierte Sven Hüber, stellvertretender GdP-Vorsitzender in der Bundespolizei, in einer veröffentlichten Stellungnahme. Die GdP schlage die Gründung eines "Bundesamts Luftsicherheit" vor, das die Aufgaben bündele.

Von: dpa, gk, ch
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