Polizei-Übung am Flughafen Rostock

18.09.2012 - 15:24 0 Kommentare

Auf dem Flughafen Rostock-Laage hat die Polizei den Ernstfall einer Geiselnahme geübt. Das Szenario: Ein unbekannter Mann bringt eine Passagiermaschine in seine Gewalt.

Polizeifahrzeuge stehen am 18.09.2012 vor dem Terminal des Flughafens Rostock-Laage, wo parallel zum regulären Flugverkehr eine großangelegte Übung der Polizei zur Beendigung einer Geiselnahme stattfindet. - © © dpa - Bernd Wüstneck

Polizeifahrzeuge stehen am 18.09.2012 vor dem Terminal des Flughafens Rostock-Laage, wo parallel zum regulären Flugverkehr eine großangelegte Übung der Polizei zur Beendigung einer Geiselnahme stattfindet. © dpa /Bernd Wüstneck

Auf dem Flughafen Rostock-Laage ist am Dienstag eine großangelegte Übung der Polizei über die Bühne gegangen. Ausgangspunkt war die angenommene Kaperung eines Passagierflugzeugs durch einen bewaffneten Täter. Neun Passagiere und die dreiköpfige Besatzung wurden in dem Szenario als Geiseln genommen. Nach gut acht Stunden war die Übung mit der Aufgabe des Entführers beendet.

Nach Darstellung der Polizei hatte es ein 39-jähriger, mit einer Pistole bewaffneter Mann geschafft, gegen 11.30 Uhr die Maschine in seine Gewalt zu bringen. Kurz danach wurde der Großalarm bei der Polizei ausgelöst. Insgesamt waren rund 400 Polizisten, Helfer und Statisten in die Übung eingebunden.

Bis zum Abend liefen die Verhandlungen mit dem mutmaßlichen Entführer in der Maschine. Kurz nach 18 Uhr ließ Strunz neun Geiseln frei. Er kam mit einem an Asthma leidenden Passagier nicht zurecht und blieb mit der dreiköpfigen Crew an Bord. Das Szenario der Polizei wies ihn als einen verzweifelten Mann aus. Bei seinem herzkranken Sohn war am Morgen eine Transplantation verschoben worden, mit der Entführung wollte er die Operation erzwingen.

Ziel der Aktion war es nach Worten von Übungsleiter Stephan Qualmann, detailliert die Einsatzabläufe der verschiedenen Polizeikräfte, der Luftwaffe und des Flughafenpersonals zu üben. Zudem sollte der Umgang mit der Presse geübt werden. In der Vergangenheit gab es deutschlandweit immer wieder Interessenkonflikte über Art und Umfang der Berichterstattung zwischen Ordnungskräften und Journalisten.

Alle Aktionen wurden vom Polizeipräsidium in Waldeck bei Rostock aus gesteuert. Zu den Aktionen gehörten auch junge Polizisten aus der Fachhochschule in Güstrow, die besorgte Angehörige der Geiseln sowie die Geiseln selbst spielten.

Der Flughafenbetrieb lief während der gesamten Aktion regulär weiter. So landete ein Passagierflugzeug aus der Türkei. Etwa zwei Stunden später hob die Maschine mit knapp 170 Passagieren an Bord wieder ab. Daneben starteten und landeten Maschinen der Luftwaffe und des Pilotentrainingszentrums der Lufthansa.

Von: dpa
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