Polizei ermittelt nach Reizgas-Zwischenfall am Airport Hamburg

13.02.2017 - 09:35 0 Kommentare

Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung am Flughafen Hamburg. Zuvor hatte Pfefferspray den Hansestadt-Airport über eine Stunde lang lahmgelegt. Das hatte auch Folgen für den Flugverkehr.

Polizisten besprechen sich im Hamburger Flughafen.

Polizisten besprechen sich im Hamburger Flughafen.
© dpa - Axel Heimken

Einsatzfahrzeuge stehen am Hamburger Flughafen.

Einsatzfahrzeuge stehen am Hamburger Flughafen.
© dpa - Axel Heimken

Nach dem Reizgas-Austritt am Hamburger Flughafen ermittelt nun die Polizei. Unter anderem sollen Videoaufnahmen vom Flughafen ausgewertet werden, wie ein Sprecher jetzt mitteilte. Es bestehe der Verdacht einer gefährlichen Körperverletzung, es werde aber in jede Richtung ermittelt, sagte der Sprecher weiter.

Pfefferspray hatte den Hamburger Flughafen am Sonntag über eine Stunde lahmgelegt und für einen Großeinsatz der Rettungskräfte gesorgt. Insgesamt 68 Menschen wurden verletzt und mussten wegen Atemwegsreizungen von Notärzten behandelt werden, wie die Feuerwehr mitteilte. Neun der Betroffenen wurden in Krankenhäuser gebracht.

Reizgas kam wohl über den Luftschlitz

Der Flughafen war Sonntagmittag um 12.32 Uhr komplett gesperrt worden. In dem Bereich, wo die Fluggäste und das Handgepäck kontrolliert werden, hatten zuvor zahlreiche Reisende über Reizungen der Augen und Atemwege und teilweise über Übelkeit geklagt. Alle Menschen wurden daraufhin aus dem Flughafen in Sicherheit gebracht und mussten bei winterlichen Temperaturen vor dem Gebäude ausharren.

Als mutmaßliche Ursache wurde Pfefferspray ausgemacht. Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers wurde eine entsprechende Kartusche gefunden. Vermutlich habe ein Unbekannter das Reizgas in einen Luftschlitz gesprüht, von wo es sich dann über die Klimaanlage verteilt habe.

Den Angaben zufolge erlitt niemand schwere oder lebensbedrohliche Verletzungen. Ein Terrorakt könne nach bisherigen Erkenntnissen ausgeschlossen werden, sagte der Feuerwehrsprecher weiter.

Flüge verspäteten sich oder wurden umgeleitet

Um 13.45 Uhr konnte schließlich Entwarnung gegeben werden. Die Sperrung wurde aufgehoben. Nach Angaben einer Airport-Sprecherin waren insgesamt 13 Ankünfte und drei Abflüge von der Sperrung betroffen. Es kam zu Verspätungen, zu einem geringen Teil wurden Flüge umgeleitet. Insgesamt waren am Hamburger Flughafen am Sonntag 334 Starts und Landungen geplant gewesen.

Insgesamt waren rund hundert Kräfte der Hamburger Feuerwehr sowie Mitarbeiter von Hilfsorganisationen zur Betreuung der Betroffenen im Einsatz.

Reisende verlassen nach dem Reizgas-Zwischenfall den Hamburg Airport. Foto: © dpa, Axel Heimken

Von: ch, AFP, dpa
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