Landespolitiker sorgen sich im Air-Berlin-Poker um Arbeitsplätze

04.09.2017 - 15:18 0 Kommentare

Die Regierungschefs der beiden großen Air-Berlin-Standorte sorgen sich um die Arbeitsplätze bei der insolventen Fluggesellschaft. Gewerkschaften hatten zuvor zu einer Solidaritätskundgebung aufgerufen.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD, links) und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). - © © dpa - Soeren Stache

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD, links) und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). © dpa /Soeren Stache

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Nordrhein-Westfalens Regierungschef Armin Laschet (CDU) haben sich mit dem Gesamtbetriebsrat von Air Berlin getroffen. Dabei bekräftigten sie, dass auch die 8000 Mitarbeiter der Airline im Fokus der Verhandlungen stehen sollten: "Unser Ziel ist es, dass wir nicht nur über Flugzeuge und Slots reden, sondern auch über das Personal", sagte Laschet nach dem Treffen.

Es gehe um gute Arbeitsplätze. Düsseldorf und Berlin, die beiden größten Air-Berlin-Flughäfen, müssten wichtige Luftverkehrsstandorte bleiben. Bürgermeister Müller sagte, die Käufer bräuchten nicht nur fliegendes Personal, sondern auch die Mitarbeiter aus Verwaltung und Technik.

Verdi zeigt sich zufrieden

Die Gewerkschaft Verdi zeigte sich zufrieden mit dem Gespräch: "Es ist gut, dass die Politiker mit uns ins Gespräch kommen und ebenfalls die Notwendigkeit sehen, dass es bei der Insolvenz von Air Berlin nicht nur um den Verkauf von Blech, sondern um die Menschen geht, die für Air Berlin gute Arbeitsleistungen erbracht haben und immer noch erbringen", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle.

Behle kritisierte die Parteien im Air-Berlin-Poker: "Da die bislang bekannten Bieter-Unternehmen kein oder nur ein geringes Interesse an den Beschäftigten von Air Berlin haben, ist es umso wichtiger, die Frage der Arbeitsplätze und der Übernahmebedingungen in den Fokus der Politik zu rücken." Dies sei mit dem Gespräch gelungen.

Solidaritätskundgebung

200 Menschen nahmen am Freitagabend laut Gewerkschaften an einer Solidaritätskundgebung für die Air-Berlin-Mitarbeiter in der Hauptstadt teil. Einige Teilnehmer der Veranstaltung am Roten Rathaus in Berlin trugen rote Luftballons in Herz-Form mit der Aufschrift "proud to be Berlin" oder "ich bin ein airberliner". Mit der Aktion wollten die Veranstalter zum Ausdruck bringen, dass sie zu den Mitarbeitern von Air Berlin stehen.

Solidaritätsbekundung für Air-Berlin-Mitarbeiter. Foto: © dpa, Jörg Carstensen

Von: cs
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