Polen erwägt Übernahme von Anteilen am Luftfahrtkonzern EADS

05.12.2013 - 10:54 0 Kommentare

EADS könnte einen neuen Anteilseigner bekommen: Polen prüft derzeit, ob sich ein Einstieg beim Konzern lohnt. Dabei setzt das Unternehmen eigentlich auf weniger staatliche Beteiligungen.

EADS-Logo - © © EADS -

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Polens Regierung erwägt den Kauf von Anteilen des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS. "Wir prüfen die Möglichkeiten, die Vor- und Nachteile, die EADS-Anteile der polnischen Rüstungsindustrie bringen könnten", sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Jacek Sonta. Heimische Waffenhersteller könnten so besseren Zugang zum europäischen Markt erhalten.

Laut der polnischen Tageszeitung "Dziennik Gazeta Prawna" geht es um den Kauf von ein bis zwei Prozent der EADS-Anteile. Im Gegenzug für die Transaktion könnte Warschau demnach Anteile an der staatlichen Rüstungs-Holding PHO anbieten. Die Verhandlungen befinden sich nach einem Bericht des "Handelsblatts" in einem sehr frühen Stadium. Die endgültige Entscheidung liege beim Premierminister. Eine Ein-Prozent-Beteiligung hätte bei dem gegenwärtigen Aktienkurs einen Wert von rund 400 Millionen Euro.

Vor Kurzem war Russland mit der Idee gescheitert, den Luftfahrt- und Rüstungskonzern in die Sanierung der schwächelnden russischen Flugzeugbranche einzubinden. Ende August hatte sich die Staatsbank VEB zum schrittweisen Verkauf ihrer EADS-Anteile in Höhe von fünf Prozent entschieden.

Frankreich und Deutschland halten jeweils zwölf Prozent, Spanien vier Prozent der Anteile an EADS. Im April hatte der Konzern im Zuge der neu vereinbarten Besitzaufteilung ein Aktienpaket vom französischen Staat und Anteilsscheine vom Autobauer Daimler zurückgekauft. Mit den Verkäufen sollte die Unabhängigkeit und damit auch die Wettbewerbsfähigkeit des im Jahr 2000 gegründeten Konzerns sollte gestärkt. Durch die Verringerung des Staatseinflusses steht das Unternehmen nach Einschätzung von EADS-Chef Thomas Enders vor den größten Veränderungen in seiner Geschichte.

Für EADS sieht die Zukunft momentan zwiegespalten aus. Während es für die Airbus-Sparte sehr gut läuft, stellt sich die Lage bei der Raumfahrttochter Astrium und der Rüstungssparte ganz anders dar. Sie sollen in der neuen Einheit Airbus Defence & Space zusammengefasst werden. Berichten zufolge könnten im Zuge dessen bis zu 8.000 Stellen wegfallen. Details zu den geplanten Kürzungen sollen in den kommenden Tagen genannt werden, doch schon jetzt regt sich der Protest.

Von: AFP, airliners.de
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