Platzeck übernimmt Schlichterrolle im Lufthansa-Tarifkonflikt

19.01.2016 - 15:52 0 Kommentare

Rund 500 Millionen Euro haben die Streiks von Piloten und Flugbegleitern die Lufthansa schon gekostet. Lösungen gibt es bislang nicht. Für die soll nun Schlichter Matthias Platzeck sorgen- zumindest bei den Flugbegleitern.

Der frühere Ministerpräsident von Brandenburg, Matthias Platzeck (SPD). - © © dpa - Patrick Pleul

Der frühere Ministerpräsident von Brandenburg, Matthias Platzeck (SPD). © dpa /Patrick Pleul

Im festgefahrenen Tarifkonflikt zwischen der Lufthansa und ihren Flugbegleitern läuft der nächste Schlichtungsversuch. Unter Leitung des SPD-Politikers Matthias Platzeck kamen am Dienstag Vertreter des Unternehmens und der Gewerkschaft Ufo zu mehrtägigen Gesprächen zusammen, wie beide Seiten auf Nachfrage bestätigten. Der Ort der Zusammenkunft wurde ebenso geheim gehalten wie Einzelheiten der Tagesordnung.

Zunächst soll es nach bisherigen Informationen um die genauen Spielregeln gehen, also um die Erarbeitung der sogenannten Schlichtungsvereinbarung. Hier wird unter anderem eine Friedenspflicht festgehalten und ein Verfahren, wie die Schlichtung auch einseitig beendet werden könnte. Platzeck hat gemeinsam mit dem Linken-Politiker Bodo Ramelow bereits bei der Deutschen Bahn einen Tarifkonflikt erfolgreich entschärft.

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Die umstrittenen Betriebs- und Frührenten für rund 19.000 Lufthansa-Flugbegleiter sind offiziell von dem Verfahren ausgenommen, weil in dieser Frage bereits im im Juni 2015 eine Schlichtung gescheitert war. Eine Einigung in diesem zentralen Punkt soll daher in parallelen Verhandlungen erreicht werden. Eckpunkte müssten bereits zum Auftakt der Schlichtung feststehen, hatte die Gewerkschaft im Vorfeld deutlich gemacht. In der Schlichtung soll es dann vor allem um Fragen der Arbeitsorganisation gehen.

Der Tarifkonflikt war im November eskaliert, als Ufo den bislang härtesten und längsten Streik in der Geschichte der Lufthansa organisierte. Wegen des Ausstands über sieben Tage waren 4700 Flüge ausgefallen, auf denen rund 550.000 Passagiere gebucht waren.

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Verdi hat Abschluss bereits ausgehandelt

Von den anderen Berufsgruppen bei der Lufthansa ist derzeit keine Unruhe zu erwarten. Für das Bodenpersonal hat Verdi als bislang einzige Gewerkschaft mit der Lufthansa einen Abschluss ausgehandelt. Neben den vereinbarten Gehaltserhöhungen wird das System der Betriebsrenten auf Festbeiträge des Arbeitgebers umgestellt.

Die Piloten sprechen nach 13 Streikrunden und einer schmerzhaften Niederlage vor Gericht mit der Lufthansa offiziell nur über ihre Übergangsrenten, mit denen Lufthansa bislang den Vorruhestand des fliegenden Personals abfedert. Nebenher könnten sich aber Gelegenheiten ergeben, auch die anderen wichtigen Themen anzusprechen. Heikel ist dabei, dass die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit juristisch darauf bedacht sein muss, nicht erneut unzulässige Ziele öffentlich zu formulieren.

Alle Meldungen zum Lufthansa-Pilotenstreik.

Von: gk, dpa
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