Erfolgreiche Schlichtung zwischen Lufthansa und Flugbegleitern

30.06.2016 - 14:42 0 Kommentare

Es ist geschafft: Im Tarifkonflikt zwischen der Lufthansa und ihren Flugbegleitern ist eine Schlichtung erzielt worden. Inhaltliche Details sollen bald bekannt gegeben werden.

Flugbegleiterin der Lufthansa - © © dpa - Christian Charisius

Flugbegleiterin der Lufthansa © dpa /Christian Charisius

Lufthansa-Passagiere müssen auf absehbare Zeit keine Streiks der Flugbegleiter mehr fürchten. Die Schlichtung zwischen dem Unternehmen und der Gewerkschaft Ufo ist erfolgreich abgeschlossen worden, wie aus einer jetzt verbreiteten Erklärung der Gewerkschaft Ufo hervorgeht.

Darin heißt es: Es liege ein "umfassendes Schlichtungsergebnis vor, das von beiden Seiten akzeptiert wurde, aber noch en Detail aufzuarbeiten ist". Über die Details der Vereinbarung wollen beide Seiten sowie der Schlichter Matthias Platzeck allerdings erst am kommenden Dienstag (5. Juli) in Berlin berichten.

Bis dahin gelte das Motto "Schlichten und Schweigen". "Dass wir jedoch nur einem Ergebnis zustimmen konnten, welches die Bedürfnisse unserer Mitglieder wahrt, kann sich jeder vorstellen", wird Ufo-Sprecher Nicoley Baublies in der Mitteilung zitiert.

Teileinigung war bereits erzielt

Bereits zu Beginn der Gespräche im Januar hatte der frühere SPD-Ministerpräsident von Brandenburg eine Teileinigung in zentralen Fragen erreicht, die aber unter dem Vorbehalt einer Gesamtlösung standen. So hatten sich die Kontrahenten schon auf eine kurzfristige Gehaltssteigerung und Grundzüge zur künftigen Alterssicherung der rund 19.000 Flugbegleiter bei der Kernmarke Lufthansa geeinigt.

Ufo hatte dabei akzeptiert, dass vom Unternehmen künftig nur noch fest definierte Rentenzuschüsse bezahlt werden, nicht aber die absolute Höhe der Zahlungen garantiert wird. Das Risiko besonders niedriger Zinsen geht damit auf die Beschäftigten über.

Es ist bereits die zweite Schlichtung

Die Platzeck-Schlichtung ist bereits die zweite in dem seit Januar 2015 immer weiter eskalierten Tarifkonflikt der Flugbegleiter. Ein erster Versuch der Ex-Politiker Friedrich Merz (CDU) und Herta Däubler-Gmelin (SPD) war im Sommer 2015 an der harten Haltung beider Tarifpartner gescheitert, so dass die Schlichter nur weitere Verhandlungen empfehlen konnten.

Eine ganze Reihe von Regelungen etwa zu Aufstiegsmöglichkeiten, Einsatzzeiten und Versetzungen innerhalb des Lufthansa-Konzerns zu anderen Fluggesellschaften sollten nachfolgend unter Platzecks Vermittlung gelöst werden. Insbesondere das Verhältnis zur aufstrebenden Billigtochter Eurowings benötigte nach Ansicht der Gewerkschaft eine exakte Definition.

Auch ein neuer, bereits ab Oktober geltender Gehaltstarifvertrag stand im Lastenheft des Schlichters. Die Annahme des Schlichterspruchs steht noch unter dem Vorbehalt einer Urabstimmung der mehr als 10.000 bei der Lufthansa beschäftigten Ufo-Mitglieder.

Gespräche mit den Piloten laufen weiter

Mit der Schlichtung neigt sich der Tarifkonflikt mit dem bislang härtesten Streik in der Geschichte der Lufthansa dem Ende entgegen. Im November vergangenen Jahres hatte die Ufo einen sieben Tagen langen Streik organisiert, bei dem rund 4700 Flüge ausgefallen waren.

© dpa, Daniel Reinhardt Lesen Sie auch: Verdi warnt vor Auseinandersetzungen bei Lufthansa-Caterer Sky Chefs

Weiter offen sind noch die parallelen Tarifverhandlungen zwischen der Lufthansa und ihren Piloten. Diese hatten seit April 2014 in bislang 13 Runden die Arbeit niedergelegt. Die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) spricht aktuell wieder mit dem Unternehmen in vertraulichen Gesprächen.

Dabei geht es ebenfalls um Rentenfragen, Gehälter und die Sicherheit der Arbeitsplätze in Zeiten der Billigfliegerei. "Wenn Sie nichts von uns hören, ist dies ein gutes Zeichen", hatte die VC-Tarifkommission ihre Mitglieder kürzlich vertröstet. Eine Einigung soll bis zum 31. Juli stehen.

Von: ch, mit Material von AFP/dpa
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