Digital Passenger (6) ( Gastautor werden )

Platz da, ich will arbeiten!

18.04.2017 - 12:02 0 Kommentare

Arbeiten im Flugzeug? Mit Notebook? Gar nicht so einfach - selbst in der Business-Class, findet unser "Digital Passenger" Andreas Sebayang. Eine Lösung bietet sich beispielsweise auf Flügen mit amerikanischen Airlines.

Ein Passagier arbeitet an Bord einer Lufthansa-Maschine an seinem Laptop - doch nicht immer gibt es wie in diesem Fall genügend Platz, findet "Digital Passenger" Andreas Sebayang.Foto: © dpa, Wolfgang Zajc

Wollten sie mal in einem Flugzeug ein Notebook benutzen? Das ist mittlerweile gar nicht mehr so einfach, wie ich in letzter Zeit feststellen musste. Zwar werden die Notebooks immer kleiner, aber der Platz in den Flugzeugen der großen Fluggesellschaften schwindet genauso.

Dabei sind es gerade die großen der Branche, die auch viele Geschäftskunden transportieren - und vernachlässigen. Schon die Nutzung eines Zwölf-Zoll-Notebooks ist schwierig. Diese Notebooks gelten auch weiterhin als Subnotebooks, also besonders kleine Geräte mit Kompromissen. Unterwegs sind sie ideal, weil sie wenig Platz benötigen. Doch der Abstand zum nächsten Passagier ist mittlerweile so klein, dass man als Notebook-Besitzer aufpassen muss.

Rückenlehne zurück, und schon ist es vorbei

Stellt der vordere Passagier seine Rückenlehne nach hinten, riskiert man als Notebook-Nutzer bei einigen Sitzen einen Schaden, weil sich das Display ungünstig einklemmt. In den vergangenen Jahren sind zum Glück viele Sitze so designt worden, dass sie beim Aufschlag auf dem Notebook dieses nur zuklappen. Aber das ist leider nicht immer so.

In einer typischen A320 oder Boeing 737 ist der Platz jedenfalls mittlerweile so eng, dass ich froh bin, wenn ich in einer alten Maschine mit alter Bestuhlung sitze. Ideal sind zudem die alten Fokker 70 beziehungsweise 100, Embraer 170 beziehungsweise 190 oder auch eine gute alte MD-82. Dort lässt sich meiner Erfahrung nach sogar ein 13-Zoll-Notebook ohne Probleme benutzen. Doch typische Geschäftsziele werden damit kaum noch bedient.

© British Airways, Digital Passenger (4): Airline-Apps brauchen kostenloses Netz an Bord

Und wer glaubt, in der Business-Klasse ist es besser, den muss ich teilweise enttäuschen. Manche Fluggesellschaft kam auf die Idee, in neuen Maschinen auch vorne den Platz zwischen den Reihen auf 30 bis 31 Zoll zu reduzieren. Knie im Rücken und eine Rückenlehne über dem Display sind garantiert. Der mittlere, freie Sitzplatz hilft dabei kaum. Die europäische Business-Class ist den Aufpreis zum Arbeiten jedenfalls nicht wert.

Da lobe ich mir die Konkurrenz in den USA. Da kann ich mit etwas Buchungsglück für um die 150 Euro pro Strecke von San Francisco nach Los Angeles in der First-Class fliegen. Den mittleren freien Sitzplatz gibt es dort nicht, stattdessen sind die Sitze breiter und der Platz zum vorderen Passagier ist traumhaft groß. Und wenn es günstiger sein sollte, ist die dort bei vielen Fluggesellschaften vorhandene Option "Economy Plus" auch keine schlechte Wahl. Das gibt drei bis vier Zoll extra zur nächsten Reihe, was für einen Notebook-Nutzer sehr viel ist.

Der Punkt ist: Dort habe ich die Option, gegen einen geringen Aufpreis Platz zum Arbeiten hinzuzubuchen. In Europa geht das in aller Regel nicht oder nur, indem man gezielt eine bestimmte Maschine mit alter Bestuhlung heraussucht. Und die Chancen dafür werden hier immer schlechter.

Über den Autor

In seiner Reihe "Digital Passenger" kommentiert Technik-Journalist Andreas Sebayang auf airliners.de den digitalen Wandel in der Luftverkehrswirtschaft.

Andreas Sebayang ist der Digital Passenger, Foto: Sebastian KuhbachAndreas Sebayang ist als Hardware-Journalist regelmäßig für die Berliner IT-Nachrichtenseite Golem.de mit dem Flugzeug in der ganzen Welt unterwegs. Seine Erlebnisse als Vielflieger dokumentiert er auch auf seinem Instagram-Account AroundTheBlueMarble. Kontakt: digital-passenger@airliners.de

Von: Andreas Sebayang für airliners.de
( Gastautor werden )
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Bisher sind Laptops auf Flügen aus Europa in die USA erlaubt. (Foto: Public Domain) Lieber Kontrolle statt Verbot

    Digital Passenger (13) Die USA haben den Laptop-Ban aufgehoben, stattdessen wird nun verstärkt kontrolliert. Gut so, meint unser Digital Passenger Andreas Sebayang. Denn im Frachtraum haben die Akkus nichts zu suchen.

    Vom 25.07.2017
  • Flugzeug-Kopfhörer mit Dreier-Klinke. Nicht ohne meinen eigenen Kopfhörer

    Digital Passenger (12) "Digital Passenger" Andreas Sebayang ist genervt: Warum verbauen so viele Airlines Doppel- und Dreifachklinken als Kopfhöreranschluss zum Inflight Entertainment? Wer das eigene Audio-Equipment vorzieht, hat dann nur eine Option.

    Vom 11.07.2017
  • Das neue 3G-Angebot ist Bestandteil von "airberlin connect" - dem Internetangebot der Fluggesellschaft. Dafür verbinden sich die Passagiere über ihr digitales Endgerät mit dem Mobilfunknetz an Bord. Die Gebühren des Anbieters stehen dann in der Monatsabrechnung. Wenn ein Selfie aus dem Flugzeug fünf Dollar kostet

    Digital Passenger (19) Instagram und Facebook überfordern die Onlineangebote im Flugzeug. Jetzt gibt es einen "günstigen" Tarif für gerade einmal fünf Euro, freut sich Digital Passenger Andreas Sebayang. Doch für mehr als den Upload eines Selfies reicht der wohl kaum.

    Vom 17.10.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus

Mehr Nachrichten »
Anzeige schalten
Mehr Stellenangebote »
Anzeige schalten »