Flughafen Berlin-Tegel
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Berlin-Tegel im Jahr 2005 aus der Vogelperspektive
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Berlin-Tegel aus der Vogelperspektive
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Flughafen Berlin-Tegel
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Flughafen Berlin-Tegel
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Tower des Flughafens Berlin-Tegel
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Hardy Rudolf Schmitz
© dpa - Soeren Stache
Im Juni 2012 schließt der Flughafen Tegel. Projektentwickler Hardy Rudolf Schmitz plant für das Terminalgebäude und das Gelände einen Industrie- und Forschungsstandort. Anders als in der Wissenschaftsstadt Adlershof, die Schmitz mitentwickelt hat, soll es in Tegel nur einen Schwerpunkt geben: die Stadt der Zukunft unter dem Schlagwort Urbane Technologien. Ohne klare Profilierung werde es schwer, in Tegel schnell etwas Neues zu schaffen, sagte Schmitz, Geschäftsführer der neu gegründeten Entwicklungsgesellschaft Tegel Projekt, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Ob die Pläne aufgehen, ist noch offen.
Was verstehen Sie unter Urbanen Technologien?
Schmitz: «Investitionen in Städte verändern und entwickeln sich zur Zeit stark. Im Jahr 2020 werden 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben. Da entstehen Märkte, auch, um dieses Wachstum technologisch zu bewältigen. Wir werden in der Stadt der Zukunft e-Mobilität nutzen. Wir werden neue Verkehrslenkungen brauchen und über dezentrale Energieerzeugung sowie Wasserversorgung und Entsorgung nachdenken. Wir werden möglicherweise auch anders wohnen und arbeiten, viel vermischter. Siemens hat zum Beispiel einen ganz eigenen Forschungsbereich zu Infrastruktur und Stadt gegründet. Auch Firmen wie IBM, CISCO und General Electric richten sich auf den Markt der Städte aus. Universitäten wie die TU Berlin besetzen das Thema. Und Industrie macht sich auf. Es entstehen spezialisierte Messen.»
Haben Firmen und Forscher denn ein Interesse daran, sich gemeinsam an einem Standort wie Tegel zu versammeln?
Schmitz: «Genau das ist die große Aufgabe. Tegel muss d i e Adresse für Urbane Technologien werden, die Ansiedlern Vorteile bietet. Es wäre ein großes Konversionsprojekt in unmittelbarer Stadtnähe - durchaus reizvoll. Aber es braucht ein klares Bekenntnis der Politik und auch Ankerinvestitionen.»
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Es sieht aber bisher nicht so aus, als ob sich jemand um Tegel reißt.
Schmitz: «Das Thema wurde ja bislang noch nicht konzentriert angegangen. Außerdem ist der Flughafen noch bis Sommer 2012 in Betrieb. Dafür sind wir gut in der Zeit. Es ist jetzt die Aufgabe, zu bündeln, was es an Aktivitäten in der Hauptstadt gibt. Mit Unis und Forschungsinstituten von Rang könnte man Talente und Problemlösungsvermögen nach Tegel holen. Wir haben zwar nur wenige große Firmen in Berlin, aber wir haben einen großen Markt von Anwendern von Urbanen Technologien.»
Es ist seit Jahren bekannt, dass der Flughafen dichtmacht. Hat Berlin geschlafen?
Schmitz: «Nein. Ich bin ziemlich zufrieden, was bisher städtebaulich passiert ist. Es gab einen sehr sauberen Planungsprozess durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. So haben wir bereits einen Flächennutzungsplan und Anfang 2013 werden wir wahrscheinlich auch einen Bebauungsplan haben. Das ist schnell. Auch parallel die Profilierung zu entwickeln, halte ich für klug.»
Wer könnte denn kommen oder neu bauen? Schmitz: «Als öffentliche Ankerinvestition wird diskutiert, die Teile der Beuth-Hochschule für Technik, die sich mit Urbanen Technologien beschäftigen, in das Terminalgebäude zu bringen. Wir prüfen auch die Eignung der Fracht-, Werkstatt- und Hangarbereiche für kleine und mittelständige Unternehmen oder Projektteams größerer Unternehmen. Wichtig ist ein schneller Start. Am Ende aber müssen wir private Investoren mit guten Argumenten gewinnen.»
Die Beuth-Hochschule ist öffentlich. Das heißt, das Land müsste einen solchen Umbau bezahlen.
Schmitz: «Natürlich. Und dann kommt dann sofort die Frage, was eine Stadt im Haushaltsnotstand da machen kann. Gibt es eine andere Möglichkeit, das zu finanzieren? Können es Miet- oder Mietkauf-Modelle sein? Aber wir erarbeiten zunächst die Kosten. Danach muss der neue Senat über das Gesamtbild entscheiden.»
Was ist mit der Fraunhofer-Gesellschaft? Die sucht gerade Gebäude.
Schmitz: «Bei Fraunhofer gibt es eine starke Präferenz für Charlottenburg, wegen der Nähe zur TU und der IT-Orientierung der betroffenen Institute. Das sind sehr gute Gründe. Aber wir möchten versuchen, das Fraunhofer-Institut für eine Präsenz in Tegel zu gewinnen. Fraunhofer hat einen urbanen Schwerpunkt. Das Thema «Morgenstadt» beschäftigt viele Institute. Gelänge in Tegel eine Bündelung unter dem Thema Urbane Technologie, dann hätten wir eine großartige, einmalige Situation: eine Hochschule und außeruniversitäre, angewandte Forschung. Das könnte ähnlich anziehend wirken wie Adlershof.»
Und was ist, wenn das nicht klappt?
Schmitz: «Gelingt eine klare Profilierung nicht, wird es sehr schwer, Tegel mit Tempo zu versehen. Wichtig ist es auch, zügig Schwung zu bekommen. Es ist wichtig Objekte zu haben, in die schnell jemand einziehen kann. Denn Baurecht gibt es frühestens 2013. Bis also Neubauten entstehen, dauert es noch länger. Allerdings entscheiden sich Investoren nicht von heute auf morgen. Sie brauchen eine klare Perspektive.
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