Pilotenvertretung fordert mehr Einsatz für Flugsicherheit

06.01.2015 - 16:45 0 Kommentare

Die Fluggesellschaften sollten noch mehr Energie in das Crewtraining und die Sicherheit stecken, fordert erneut die Vereinigung Cockpit. Der Pilotenverband verweist dabei auf die Opferzahlen bei Flugunglücken im vergangenen Jahr.

Ein Flugzeug startet vor der untergehenden Sonne.  - © © dpa - Julian Stratenschulte

Ein Flugzeug startet vor der untergehenden Sonne. © dpa /Julian Stratenschulte

Angesichts vieler Opfer bei Flugunfällen im Jahr 2014 verlangt die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) mehr Einsatz für die Sicherheit. Die hohe Zahl der Toten zeige, dass vor allem die weitere Verbesserung der Aus- und Weiterbildung enorm wichtig zur Vermeidung von Unfällen sei. "Gerade bei der weltweit steigenden Anzahl an Flügen appellieren wir an die Airlines, noch mehr Energie in das Crewtraining und die Sicherheit zu stecken", sagte Martin Locher, Vorstandsmitglied der VC.

Die Sicherheitskultur aller großen deutschen Airlines lobte Locher ausdrücklich: "Hier haben Sicherheit und Pilotentraining oberste Priorität und man braucht sich überhaupt keine Sorgen zu machen." Dabei sei es auch egal, ob eine Airline auf Platz 12 (Lufthansa) oder auf Platz 20 (Air Berlin) des Sicherheitsrankings stehe.

© Vereinigung Cockpit, Michael Fahrig Lesen Sie auch: Piloten engagieren sich für noch mehr Sicherheit im Luftverkehr

Zuvor hatte das Hamburger Flugunfallbüro JACDEC (Jet Airliner Crash Data Evaluation Centre) berichtet, dass die Zahl der Toten in der kommerziellen Luftfahrt im Jahr 2014 auf weltweit 970 gestiegen sei. Das sei der zweithöchste Wert im Zehnjahresvergleich und fast viermal so viel wie 2013. Gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2012 hatte sich JACDEC-Angaben zufolge die Zahl der Toten im weltweiten Zivilluftverkehr von 496 auf 251 Menschen im Jahr 2013 verringert.

2014 war vor allem durch drei Unglücke geprägt. Im März war eine Boeing 777 der Malaysia Airlines mit 239 Menschen an Bord vom Radar verschwunden und wird seitdem vermisst. Das bislang ungeklärte Schicksal von Flug MH370 wurde zu einem der größten Rätsel der Luftfahrtgeschichte. Am 17. Juli starben alle 298 Passagiere des Fluges MH17 der Malaysia Airlines. Die Boeing 777 wurde über ostukrainischem Krisengebiet in der Nähe von Donezk offenbar abgeschossen. Ende des Jahres stürzte schließlich ein Airbus A320 der indonesischen Air-Asia-Tochter Indonesia Air Asia ab. An Bord waren 162 Menschen.

Meldungen zu Unfällen finden Sie bei airliners.de in der Rubrik "Zwischenfälle".

Von: dpa, airliners.de
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